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Antiquariat Rainer Friedrich Meyer
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Antiquariat Rainer Friedrich Meyer

 

Stuhmer Allee 2, 14055 Berlin-Westend
Telephon: 030-31 31 714, E-Post: rfm(ät)meyerbuch.com
Internet: www.meyerbuch.com

Die Rückgabebelehrung finden Sie unter www.meyerbuch.com/Rueckbelehrung.html.
Alle Preise inclusive Mehrwertsteuer. Der Versand innerhalb Deutschlands ist kostenfrei.
 
 

Liste August 2010
Literatur & Philosophie des 18. & 19. Jahrhunderts

 
 

Abbt, Thomas & Friedrich Nicolai (Herausgeber): Freundschaftliche Correspondenz. Berlin und Stettin: Friedrich Nicolai, 1771. Octavo. 163 x 92 mm. [14], 399, [1] Seiten. Titel in rot und schwarz gedruckt.
Handgefertigter Pergamenteinband der Zeit auf drei durchgezogenen Pergamentbünden. goldgeprägter Rückentitel, Goldschnitt, Vorsätze aus Federmarmor.     * Preis: 280,00 €      [ bestellen ]

Erschienen als Teil drei der "Vermischten Werke". Briefe Abbts an seine Freunde Moses Mendelssohn (1729-1786) und Friedrich Nicolai (1733-1811), "nebst unseren Antworten und andern dazu gehörigen Briefen" (Vorrede, fol. *2r), herausgegeben und mit einer Vorrede versehen von Friedrich Nicolai.
¶ Abbt (1738-1766) war gräflich Schaumburg-Lippischer Hof-Regierungs- und Consistorial-Rath sowie Patronus Scholarum in Bückeburg. In den Jahren 1761 bis 1762 wirkte er in Berlin und hatte dort Verbindung zu Nicolai, Ramler, Gleim und Mendelssohn, der ihm seinen "Phädon" widmete. Geprägt ist die Ideenwelt Abbts u.a. von dem schweizer Arzt und Popularphilosophen Johann Georg Zimmermann (1728-1795), dessen 1758 erschienene Schrift "Von dem Nationalstolze" eine vergleichbare Position wie Abbts "Vom Tode fürs Vaterland" (1760) vertritt. In Halle lernte er die Staatsphilosophie Christian Freiherr von Wolffs kennen.
¶ Im Mittelpunkt von Abbts politischem Denken steht das Verhältnis von Bürger und Staat in einer aufgeklärten Monarchie, das von politischer Tugend geprägt ist. Johann Gottfried Herder (1744-1803), sein Nachfolger in Bückeburg, wurde von Abbts 'pragmatischem Gebrauch der Historie' beeinflußt. Vgl. Kosch: Literatur-Literaturlexikon I,1. "Aus dieser Wahrheitsliebe, entstanden bey ihm die Zweifel über wichtige Wahrheiten, davon man in diesen Briefen so merkwürdige Spuren findet. Leuten, die bloß nachzubeten gewohnt sind, könten diese Zweifel anstößig vorkommen, aber ein Wahrheitsfreund, welcher erfahren hat, daß ohne vernünftiges Zweifeln, keine Ueberzeugung, und ohne Ueberzeugung keine Beruhigung statt findet, wird den Werth eines Jünglings erkennen, der im fünf und zwanzigsten Jahre seines Alters, die wichtigsten Wahrheiten so angelegentlich untersuchte" (Vorrede, fol. *2v). Einband teils leicht berieben, oberes Kapital mit kleiner, restaurierter Fehlstelle; innen meist papierbedingt etwas gebräunt bzw. fleckig, wenige saubere Anmerkungen einer zeitgenössischen Hand.
¶ First edition. Contemporary vellum, all edges gilt. Slightly browned due to quality of paper, some contemporary annotations.
Erste Ausgabe. Goedeke3 IV,i,496,6,III - Spieckermann 54 - Raabe: Nicolai 14. – Gewicht: 750g. N° 1466
 

Bahrdt, Carl Friedrich: Geschichte und Tagebuch meines Gefängnisses nebst geheimen Urkunden und Aufschlüssen über Deutsche Union. Frankfurt am Mayn, 1790. bei Varrentrapp und Wenner. Octavo. 170 x 101 mm. [1], [1 weiße], 142, 192 Seiten. Mit gestochener figürlicher Titelvignette von Daniel Chodowieki.
Schlichter handgefertigter Pappband der Zeit, bezogen mit hellbraunem Kleisterpapier.     * Preis: 270,00 €      [ bestellen ]

Bahrdt (1741-1792), Professor in Leipzig, Erfurt und Gießen, wurde 1776 General-Superintendent in Dürkheim, 1777 Freimaurer, 1778 wegen Ketzerei abgesetzt, dann 1779 Dozent in Halle. Nach dem Tode Friedrich II. wurde er zur Aufgabe seiner Vorlesungen gezwungen. Er endete als Gastwirt in Nietleben bei Halle, wo er eine Winkelloge unterhielt und die freimaurerische ‚Deutsche Union' begründete, die Jesus als Stifter einer geheimen Ordensgesellschaft begriff (vgl. Lennhoff/Posner 348). Nach dem Wormser Eröffnungstreffen 1788 wurden die Statuten der Loge von J.D. Bode verraten; Bahrdt wurde wegen einer Satire auf das preußische Religionsedikt verhaftet und in Magdeburg eingekerkert. Bahrdt entwickelte sich vom Orthodoxen zu immer größerem Radikalismus und wurde endlich radikaler Parteigänger der französischen Revolution; die Französische Republik ernannte ihn nach seinem Tode 1792 zum Ehrenbürger. Seine theologischen Ansichten ließen vom Christentum nichts als nackten Deismus übrig.
¶ Der erste Teil des vorliegenden Werkes schildert die Vorgänge, die zu seiner Inhaftierung führten, seinen Gefängnisaufenthalt und die Verhöre. Der zweite Teil, Anhang benannt, umfaßt die Verteidigungschrift Bahrdts und den "Geheimen Plan der deutschen Union zur gemeinsamen Berathung für Diöcesane und Vorsteher" (Ss. 55 ff.), die umfangreichste Quelle zu dieser freimaurerischen Loge. "Die Haupzwecke der Union sind: a) Vervollkommnung der Wissenschaften, der Künste des Kommerzes &c. insonderheit der Volksreligion. b) Die Verbesserung der Erziehung und Unterstützung guter Erziehungsanstalten. (...)" Ausführlich werden die verschiedenen Ränge der Mitglieder, deren Aufgaben, die Versammlungstätten, die Rituale und in "Beylage III" (Ss. 175 ff.) die geheimen Operationspläne behandelt.
¶ Diese Frankfurter Ausgabe ist kein Nachdruck, wie von Jacob/Majewski und Goedeke behauptet, sondern - ausgenommen die beiden untersten Zeilen des Titelblattes mit der anderen Orts- und Verlagsangabe - satzidentisch mit der bei Friedrich Vieweg dem Älteren zu Berlin erschienenen, selbst die Ausbrüche, wie z.B. bei der Lagensignatur A auf dem ersten Blatt des zweiten Teiles sind identisch. Merkwürdigerweise ist sie seltener als die Berliner Variante. Einband an Rücken und Kanten berieben, Ecken bestoßen. Titelblatt und erste Blätter leicht fleckig, sonst innen von wenigen Fleckchen abgesehen wohlerhalten. Auf dem vorderen fliegenden Vorsatz ein zeitgenössicher handschriftlicher Eintrag.
¶ Contemporary boards, rubbed. Slightly stained, else good. Only the publisher's imprint on the title differs from the Berlin edition.
Erste Ausgabe, Variante. Jacob/Majewski 409 Anm. - Goedeke3 IV,i,829,94 beta. Cf. Wolfstieg 13850 - Engelmann 626 - Brieger 133. – Gewicht: 750g. N° 5372
 

Bauer, Johann Jacob: Bibliotheca librorvm rariorvm vniversalis. Oder vollständiges Verzeichniß rarer Bücher, aus den besten Schriftstellern mit Fleiß zusammen getragen und aus eigener Erfahrung vermehret. Erster Theil, von A-F. Nürnberg: Martin Jacob Bauer, 1770. Beigebunden / bound with: (...) Zweyter Theil, von G-L. Nürnberg: Martin Jacob Bauer, 1771.
Derselbe: Bibliotheca librorvm rariorvm vniversalis. (...) Dritter Theil, von M-R. Nürnberg: Martin Jacob Bauer, 1771. Beigebunden / bound with: (...) Vierter Theil, von S-Z. Nürnberg: Martin Jacob Bauer, 1772.
Derselbe: Bibliotheca librorvm rariorvm vniversalis. Svpplementorvm Volvmen I. (...) Erster Supplementband von A-C. Nürnberg: Martin Jacob Bauer, 1774. Beigebunden / bound with: Bibliotheca librorvm rariorvm vniversalis. Svpplementorvm Volvmen II. (...) Zweyter Supplementband von D-Z. Nürnberg: Martin Jacob Bauer, 1774.
Nürnberg: Martin Jacob Bauer, 1770-1774.
Octavo. 190 x 110 mm. Erster Theil: 40, 328 Seiten. - Zweyter Theil: [32], 334, [2 weiße] Seiten. - Dritter Theil: [8], 351, [1 weiße] Seiten. - Vierter Theil: [8], 328 Seiten. - Suppl. I: [14], 420, [4] Seiten. - Suppl. II: [11], [1 weiße], 400 Seiten.
Mit zahlreichen Holzschnitt-Vignetten und typographischen Zierleisten.
In drei uniformen, marmorierten handgefertigten Kalblederbänden der Zeit auf fünf echten, erhabenen Bünden mit goldgeprägten hellbraunen Rückenschildchen auf zweitem Feld, der jeweiligen Bandzahl im dritten, die anderen mit einem größeren, fleuralen Stempel vergoldet und die Bünde mit goldgeprägten Linien abgesetzt. Handgestochene grün/weiße Kapitale, Rotschnitte. Vorsätze aus Marmorpapier.     * Preis: 900,00 €      [ bestellen ]

Beschrieben werden ca. 17.500 Titel meist des 15. bis 17. Jh. Etwa von der Hälfte des dritten Teils ab ist das Werk von Bernhard Friedrich Hummel bearbeitet. Es erschien wesentlich später, 1791, noch ein letztes Supplement, das jedoch nur noch 289 Ss. stark war und nur 2500 weitere Titel beschrieb. Die umfangreiche Bibliographie enthält (mit Quellenangaben) in alphabetischer Anordnung nach Autoren bzw. bei Anonyma nach Titeln: Klassiker-Ausgaben, Werke protestantischer Theologie, historische wie geographische Werke. Grundlagen waren die Methode von Lenglet du Fresnoy sowie die Verzeichnisse und Sammlungen von Baumgarten, Bünau, Bünemann, Engel, Feuerlin, Freytag, Reimmann, Schelhorn, Schwarz, Schwindel, Solger, Thomasius, Vogt u.a.
¶ Exemplar aus süddeutschen Bibliotheken mit dem zeitgenössischen, gestochenen Wappenexlibris von "Franciscus Præpositus S. Salvatoris Pollingæ"; dem Exlibris des Gymnasiums und Lyceums zu München, dem mehrfachen Stempel der Phil.-theol. Hochschule Freising und schließlich dem Stempel der UB Freiburg mit Ausgeschieden-Vermerk auf den Titelversos und am Schluß. Einbände leicht berieben, unteres Kapital von I/II leicht beschädigt. Kleiner Wurmgang im unteren weißen Rand von Band I/II. Ein bzw. zwei Exlibris auf vorderem Spiegel; Bibliotheksstempel. Blattweiser. Bisweilen leicht stockfleckig, sonst gut. - In so schönen Einbänden sehr selten.
¶ First edition. Contemporary calf, gilt. Scarce.
Petzholdt 114 - Besterman I,909 - Slg. Krieg 4 [wie hier, ohne den letzten Supplementband] - Ebert 1772. – Gewicht: 2000g. N° 3058
 

Beckmann, Johann Gottlieb: Forst Calender, oder Verzeichniß derer Verrichtungen, die einem Förster in jedem Monate vorzüglich obliegen. Auf das Jahr 1766. Leipzig: "bey M.G. Weidmanns Erben und Reich", s.a. [1766]. Octavo. 194 x 121 mm. [64] Seiten. Der Kalenderteil mit weißen Blatt durchschossen.
Handgefertigter Pappeinband der Zeit, bezogen mit violettem Kleisterpapier, Schnitt blau gesprenkelt.     * Preis: 140,00 €      [ bestellen ]

Der erste Jahrgang des Forstkalenders Beckmanns erschien 1764; er war Forstinspektor in Wolckenburg und Mitglied der Ökonomischen Gesellschaft; vgl. ADB II,238 - Jöcher/Adelung I,159. Das Kalendarium mit Hinweisen auf die im betreffenden Monat anfallenden Arbeiten. Ab fol. C3 verso mit den Beschreibungen einzelner Baumarten wie Nadelbäume (Fichte, Kiefer, Lerche, Tanne) und Laubholzbäume (Ahorn, Aspe, Birke, Buche, Eiche, Erle, Esche, Leimbaum, Linde, Weide), deren Anbau, Behandlung, Gebrauch und Nutzen. Am Schluß ein Überblick zu den Sonnen- und Mondfinsternissen des Jahres. Einband teils etwas berieben, Bezug im Rand leicht ausgeblichen. Durchgestrichener Bibliothekstempel auf Verso des fliegenden Vorsatzes. Von leichten, papierbedingten Bräunungen abgesehen gut. Selten.
¶ First edition. Contemporary boards. Ex-library.
Erste Ausgabe. Mantel I,10. – Gewicht: 750g. N° 4581
 

Behrmann, Georg: Timoleon der Bürgerfreund Ein Trauerspiel des Herrn Georg Behrmanns. Frankfurt und Leipzig, 1750. Octavo. 167 x 103 mm. [8], 104 Seiten.
Moderner Ledereinband mit goldgeprägtem Rückentitel.     * Preis: 95,00 €      [ bestellen ]

Behrmann (1704-1756), geboren in Hamburg, war Kaufmann und wurde kurz vor seinem Tode zum Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft zu Göttingen ernannt, ferner war er Mitglied verschiedener bürgerlicher Deputationen, seit 1735 Verwalter des Postverkehrs nach Amsterdam, der "Holländischen Post". Er war mit Friedrich von Hagedorn befreundet, der ihn zu eigener literarischer Tätigkeit anregte, und schrieb Trauerspiele, deren Vorbild die klassische französische Tragödie war. Papierbedingt stockfleckig; Titel mit kleiner Läsur nahe dem Falz. Selten.
¶ Modern morocco, gilt title on spine.
Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon3 I,370. – Gewicht: 500g. N° 4759
 

Büchner, Georg: Danton's Tod. Ein Drama in 3 Akten. New York: [Titelblatt:] "John Oehler, Steam Printer, 22 & 24 North William Street" für [Umschlag:] "Im Verlage von W.L. Rosenberg, 172 First Avenue", 1886. Sedecimo. 152 x 111 mm. 92, [4] Seiten.
Bedruckte roséfarbene Original-Broschur.     * Preis: 270,00 €      [ bestellen ]

Mit einem Nachwort auf den Seiten 89-92, das der Rezension Karl Gutzkows im "Phönix" vom 11. Juli 1835 entstammt. Handschriftliche Korrekturen Büchners in zwei Widmungsexemplaren der 1835 bei Sauerländer erschienenen Bucherstausgabe sind eingearbeitet. Der hessische Gassenton z.B. des Henkerslieds der Schlußszene (hier S. 88) ist in der vorliegenden Ausgabe, im Gegensatz zu der 1850 von Ludwig Büchner herausgegebenen, erhalten geblieben, jedoch nicht die hessischen Mundart z.B. im ersten Akt, Szene "Eine Gasse" (hier Seite 10), wo es hier hochdeutsch heißt: "Alle schreien: Todtgeschlagen, todtgeschlagen!" So mag dem New Yorker Herausgeber weitgehend die 1879 von Karl Emil Franzos in seiner ersten kritischen Gesamtausgabe vorgelegte Textfassung als Grundlage seiner Taschenausgabe gedient haben. Umschlag mit kleinen, fachmännisch hinterlegten Randeinrissen und leicht fleckig; innen meist frisch und wohlerhalten. Von größter Seltenheit.
¶ Scarce American edition in German language. Original printed wrappers.
Nur ein Exemplar weltweit im OCLC. Kein Exemplar in einer deutschen Bibliothek nachweisbar. – Gewicht: 750g. N° 1898
 

Buntpapier: Vollständiger Bogen vierfarbig bedrucktes Buntpapier. Süddeutschland, wohl gegen Ende des 18. Jh. Bedruckter Teil circa 360 x 422 mm. Bogengröße circa 371 x 480 mm.
Bogen.     * Preis: 280,00 €      [ bestellen ]

Auf einer Wiese mit Tieren wie Wildschwein, Schaf, Hirsch, Vogel etc. ein Hirte unter einem Baum sowie ihm gegenüber durch einen Busch getrennt eine Frau; vierfarbig gedruckt auf weißem, handgeschöpftem Papier. Das Motiv ist wiederholt, so daß es zweimal auf dem Blatt vorhanden ist. Senkrechter Mittelfalz, von guter Erhaltung; glattgestrichen, mit kaum noch merklicher Prägung im Papier. Vollständige Bögen Buntpapier sind von einiger Seltenheit.
¶ Leaf, in good condition. Scarce.
Selten. – Gewicht: 1000g. N° 5344
 

Crébillon, Prosper Jolyot de - Wolfram, G.F. (Übersetzer): Rhadamisth und Zenobia. Ein Trauer-Spiel des Herrn von Crebillon, auf dem Französischen übersetzt von G. F. Wolfram. Gotha: Christian Mevius, 1751. Octavo. 167 x 103 mm. [6], [2 weiße], 56 Seiten.
Moderner Ledereinband mit goldgeprägtem Rückentitel.     * Preis: 90,00 €      [ bestellen ]

Erste Ausgabe (?) dieser Übersetzung. Crébillons (1674-1762) Tragödie in fünf Akten "Le Terrible" wurde zuerst 1711 in der Comédie Française aufgeführt. "Die Charaktere sind ganz dem effektvollen, bühnensicheren Dualismus von Gut und Böse zugeordnet" (KLL VI,8154). Dem Verfasser war zu seiner Zeit ein solcher Erfolg beschieden, daß er sogar zum Hauptrivalen Voltaires wurde. Papierbedingt stockfleckig. Selten.
¶ Modern morocco, gilt title on spine.
Hirschberg/Goedeke 93. – Gewicht: 500g. N° 4758
 

Dieterich, Albrecht: Abraxas. Studien zur Religionsgeschichte des spätern Altertums. Leipzig: B.G. Teubner, 1891. Octavo. VI, 221, [1 weiße] Seiten.
Handgefertigter Halbleinwand der Zeit mit etwas Rückenvergoldung, Deckel mit Marmorpapier bezogen.     * Preis: 160,00 €      [ bestellen ]

Ein hellenistischer Weltschöpfungsmythus (u.a.: die Emanationsform, Elemente aus dem ägyptischen Mythus, astrologischer Mystik, griechisch-stoischer Herkunft, der Gott Phobos, Moira, der pythische Drache, orphische Theogonien), Jüdisch-orphisch-gnostische Kulte und die Zauberbücher (u.a.: ein essenischer Beschwörungshymnus, Orphiker, Ophiten, Gnostiker, die Leidener Papyri), vier Register. Bibliothekexemplar, Einband an den Kanten berieben; Titel mehrfach gestempelt, sonst recht gut. Selten.
¶ First edition. Contemporary cloth-backed boards. Scarce.
Erste Ausgabe. "Festschrift Hermann Usener zur Feier seiner 25jährigen Lehrtätigkeit an der Bonner Universität." – Gewicht: 1000g. N° 288
 

Droste-Hülshoff, Annette Freiin von: Gedichte. Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta'scher Verlag, 1844. Octavo. 178 x 110 mm. VIII, 575, [1 weiße] Seiten.
Handgefertigter Pappband der Zeit, bezogen mit rötlich-braun gemustertem Marmorpapier, goldgeprägte Rückentitelei auf bläulichem Feld, dies abgegrenzt oben und unten durch zierliche Filetenvergoldung, ebensolche am oberen und unteren Rückenende. Schnitt gelb eingefärbt.     * Preis: 480,00 €      [ bestellen ]

Droste-Hülshoffs (1797-1848) Balladen sind berühmt, ihre Novelle "Die Judenbuche" ist Schullektüre.
¶ Der Grundstock dieser zweiten Gedichtsammlung, die zahlreiche bekannte Texte enthält, so "Das Spiegelbild", "Am Thurme" oder die heimatbezogenen "Haidebilder" mit ihrer Darstellung der Doppelbödigkeit der Natur wurde im Winter 1841/42 während ihres Besuches bei ihrer Schwester Jenny von Laßberg auf der Meersburg am Bodensee gelegt. Angespornt durch ihren ‚Seelenfreund' Levin Schücking, verfaßte sie zu jener Zeit beinah täglich ein neues Gedicht. Einband an Gelenken und Kanten leicht berieben. Innen teils papierbedingt hell stockfleckig. Recht selten. Dekoratives Exemplar.
¶ First edition. Conteporary boards, spine gilt. Some foxing. Scarce.
Erste Ausgabe. Hirschberg/Goedeke 106 - Wilpert/Gühring2 2 - Enslin/Engelmann II,75. – Gewicht: 750g. N° 1057
 

Goethe, Johann Wolfgang von: Iphigenie auf Tauris. Ein Schauspiel von Göthe. Leipzig: bey Georg Joachim Göschen, 1790. Octavo. 160 x 98 mm. [1], [1 weiße], 134 Seiten.
Pappeinband um 1900, bezogen mit ockerfarbenem Kiebitzpapier, grünes goldgeprägtes Rückenschild.     * Preis: 125,00 €      [ bestellen ]

Zum Unterschied von den antiken Vorlagen vollzieht sich die Überwindung der tragischen Situation bei Goethe nicht ohne Zutun des Menschen: vielmehr ist sie auf seine Initiative angewiesen. Doch steht zwischen Thoas letzten Worten unausgesprochen die Entsagung als Grundsein menschlicher Existenz und die Humanität muß stets von neuem vollbracht werden. Auf dem hinteren Spiegel alte Katalogeinträge montiert. Wenige Blatt papierbedingt etwas, sonst nur minimal stockfleckig.
¶ Boards, ca. 1900.
Hagen 178 mit den dort genannten Kennzeichen - Hirzel A173 - Goedeke3 IV,iii,263. – Gewicht: 500g. N° 3768
 

Günderrode, Karl Maria Freiherr von (anonym): Die Römische Religionskasse. Ein Anhang zum Römischen Gesetzbuch, oder die in Teutschland noch zu wenig bekannten Grundsätze des römischen Hofes. Aus Päpstlichen Bullen gezogen. Karlsruhe (i.e. Wien: Volke), 1787. Octavo. 208 x 124 mm. [6], 26, 424 Seiten. Titel mit gestochener Vignette.
Handgefertigter schlichter Pappeinband der Zeit, bezogen mit blauem Papier.     * Preis: 210,00 €      [ bestellen ]

Verständlicherweise anonym erschienen. "In scharfer Weise gegen das Papstthum und die kathol. Geistlichkeit, sowie gegen kirchliche Missbräuche gerichtet" (Hayn/Gotendorf). "Herstellung der Bürger- und Fürstenrechte, und Verbreitung einer ächten Aufklärung ist die Absicht dieser Schrift" (aus dem Vorwort). Beschreibt eingehend die Methoden, mit organisierter Religion viel Geld zu machen. Mit alphabetischem Register zu diesem Band auf den Seiten 1 bis 26.
¶ Karl von Günderrode (Güntherod, Güntherode, Günderode 1740-1795), Theologe und Jurist, wurde zeitweilig verbannt, ab 1779 Professor für Kirchengeschichte zu Innsbruck, wurde er vier Jahre später in ein Kloster zu Gradiska eingewiesen. Er war u.a. Bibliothekar des Fürsten Esterhazy in Wien und Eisenstadt. 1788 erschienen zwei weitere Bände, doch ist dieser erste in sich abgeschlossen. Einband fleckig, etwas berieben, Ecken bestoßen. Innen meist etwas wasserrandig, sonst nur wenig fleckig. Sehr selten, im Handel tauchen nur Einzelbände auf.
¶ First edition, scarce. Contemporary boards, stained.
Erste Ausgabe. Holzmann/Bohatta III,11924 - Weller I,135 - Hayn/Gotendorf VI,54 - Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon3 VI,1020. – Gewicht: 1000g. N° 17
 

Haneman, William (anonym): Neu vermehrter Astrologischer Calender Schlüssel, Wormit Derer inn und ausländischen Potentaten, Herrschafften, Stände und etliche Städte Wappen und Nahmen, Deren man sich in dem Englischen Wahrsager verblümter Weise gebraucht hat, aufgeschlossen werden. Augsburg : Brechenmacher Erben, [ca. 1710]. Schmal-Duodecimo. 166 x 67 mm. 52, [8] Seiten. - Lagensignaturen: A-B12, C6. Mit runder Holzschnittvignette (Mann mit Trompete vor Landschaft) auf Titel.
Marmorpapierumschlag der Zeit.     * Preis: 145,00 €      [ bestellen ]

In alphabetischer Reihenfolge von Adler bis Ziegenbock werden die heraldischen Tiere, Insignien und Zeichen aufgeführt, dazu die diese in ihrem Wappen tragenden Länder, Adligen und Geschlechter. Am Ende das Register der Kaiserreiche, Königreiche, Fürstentümer, Länder, Städte u.s.w. Einband berieben, innen etwas gebräunt und fleckig. Sehr selten.
¶ Contemporary wrappers, browned. Rare.
Cf. VD17 3:657433F mit früherer, kürzerer Ausgabe von ca. 1690, diese mit anderer Holzschnittvignette. – Gewicht: 500g. N° 25
 

Hauthal, Ferdinand: [Umschlagtitel:] Ueber die älteste spanische Handschrift des Horaz und des Akron. [Titel:] Ueber den Codex Heinianus oder Barcellonensis des Horaz und des Akron. Bonn: T. Habicht, 1847. Octavo. 215 x 134 mm. IV, 47, [1 weiße] Seiten.
Bedruckte mattgrünblaue Original-Broschur.     * Preis: 55,00 €      [ bestellen ]

Enthält: Beschreibung und Würdigung dieser ältesten aller bekannten spanischen Horazhandschriften. Erklärung der darin vorkommenden bisher räthselhaften Zeichen. Nachrichten über die in den Drucken unvollständigen akronischen Scholien zum Schlusse der Briefe. Ferdinand Hauthal (1803-1870) aus Frankenhausen studierte zu Göttingen und Leipzig, und war dann an verschiedenen Orten Lehrer. Broschur mit Randschäden, Rücken verstärkt, innen stockfleckig. Sehr selten.
¶ First edition. Original wrappers, worn. Some foxing. Scarce.
Erste Ausgabe. – Gewicht: 500g. N° 120
 

Heppe, Christian Wilhelm von: Einheimisch und ausländischer Wohlredender Jäger oder nach alphabetischer Ordnung Gegründeter Rapport derer Holz Forst und Jagd Kunstwörter nach verschiedener teutscher Mundart und Landesgewohnheit. Nebst nützlich - auch lustigen Anmerkungen. Regensburg: Johann Leopold Montag, 1763. Octavo. 194 x 120 mm. Gefaltetes gestochenes Frontispiz, [10], 346, [2 weiße] Seiten. Titel in rot und schwarz.
Handgefertigter Halbpergamenteinband der Zeit auf drei durchgezogenen Pergamentbünden, Deckel mit rot-blauem Kleisterpapier bezogen, handgestochene blau-weiße Kapitale, Schnitt rot gesprenkelt, handgeschriebener Rückentitel.     * Preis: 700,00 €      [ bestellen ]

Heppe (1716-1791) war Forstinspektor zu Freihüls und Freidenberg. Bedeutendes Forst- und Jagdwörterbuch mit teils ausführlichen, kulturgeschichtlich wertvollen Anmerkungen. Vgl. Lindner: Deutsche Jagdschriftsteller I,205-228. Einband teils etwas fleckig, Bezug des Hinterdeckels teils berieben. Frontispiz unten unter Verlust des Stechernamens beschnitten, vorn ein kleiner, hinterlegter Einriß; zeitgenössischer Besitzvermerk auf Titel: "C.C. v. Below", auf dem vorderen Spiegel: "Carl Christian von Below"; Widmungsblatt verso mit Bibliothekstempel. Schönes, nur minimal gebräuntes Exemplar. Selten.
¶ First edition. Contemporary vellum-backed boards.
Erste Ausgabe. Schwerdt I,239 - Lindner 11.0905.01 - Souhart 243 (ungenau) - Mantel I,9 - Zischka 251 - Grimm: WTB XXXIII,376. – Gewicht: 1000g. N° 4578
 

Herder, Johann Gottfried - Gruber, Johann Gottfried (Herausgeber): Charakteristik Johann Gottfried v. Herders. Von Danz und Gruber. Herausgegeben von J.G. Gruber. Leipzig: Johann Friedrich Hartknoch, 1805. Octavo. 163 x 96 mm. XII, 550, [1] (Errata), [1 weiße] Seiten.
Späterer grüner Leinwandband mit etwas Rückenvergoldung und goldgeprägtem roten Titelschild.     * Preis: 130,00 €      [ bestellen ]

Enthält auf den Seiten 317-328 auch den Abdruck der Herderschen Antwort vom November 1768 auf Kants Brief vom 9. Mai desselben Jahres. Außerdem: Johann Traugott Leberecht Danz (1769-1851, cf. Kosch II,990-991): Anthologischer Spaziergang durch Herders Schriften mit einer Würdigung der wichtigsten Werke Herders außer dessen philosophischen; sowie von Gruber (1774-1851, cf. Kosch VI,911-913) die Charakteristik Herders, worin er dessen Verdienste als Philosophen, Historiker, Theologen, Philologen, Archäologen, Ästhetiker, Dichter, Übersetzer und Stilisten darstellt. Bibliotheksexemplar, Titel und mehrere Seiten gestempelt, Rücken fleckig. Innen papierbedingt etwas gebräunt und stockfleckig. Sehr selten.
¶ First edition. Later cloth, spine gilt with title. Ex-library, spine stained; browned and foxed due to quality of paper. Scarce.
Erste Ausgabe. Günther/Volgina/Seifert 315 & 1570 - Goedeke IV,i,701,f - Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon3 II,990 & VI,913. – Gewicht: 750g. N° 2448
 

Herder, Johann Gottfried von (anonym): Von Deutscher Art und Kunst. Einige fliegende Blätter. Hamburg: Bode, 1773. Octavo. 163 x 95 mm. [2], 182 Seiten. Mit einer kleinen Titelvignette.
Handgebundener moderner, schlichter weinroter Maroquinband mit goldgeprägter Rückentitelei, goldgeprägten Fileten an den beiden Rückenenden, die Deckel mit Randrahmen aus einer blindgeprägten Linie, ebenso die Steh- und Innenkanten mit einer blindgeprägten Linie versehen, feste Vorsätze aus braunem, feingemustertem Kleisterpapier, jeweils zwei fliegende Vorsätze aus handgeschöpftem Bütten; der ursprüngliche Rotschnitt des 18. Jahrhunderts ist erhalten.     * Preis: 2.200,00 €      [ bestellen ]

Die programmatische Schrift der Sturm-und Drang-Bewegung. Enthält neben den beiden als erste gedruckten Aufsätzen von Johann Gottfried von Herder (1744-1803): "Shakespear", worin er sich u.a. auch mit Goethes "Götz" beschäftigt, dessen Manuskript er bereits kannte; sowie "Auszug aus einem Briefwechsel über Ossian und die Lieder alter Völker", der Goethes "kindisches Fabelliedchen" mit abweichender Schlußstrophe im Erstdruck enthält; Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832): "Von Deutscher Baukunst", der berühmte Aufsatz über das Straßburger Münster; Paolo Frisi (1728-1784): "Versuch über die Gothische Baukunst" ["Saggio sopra l'architettura gotica", übersetzt, erstmals erschienen 1766 zu Livorno] ; Justus Möser (1720-1794): "Deutsche Geschichte", i.e. ein Auszug aus dessen allgemeiner Einleitung zur "Osnabrückischen Geschichte".
¶ Die Schrift beabsichtigt in Abgrenzung von der lateinisch-romanischen Tradition des Barock und der Aufklärung einen künstlerisch-kulturellen Neuansatz; in der Auseinandersetzung mit diesem Überkommenen liegt hier die Betonung auf der "unmittelbare(n) Begeisterung der Sinne", "Sprünge und kühne Würfe" (Herder) sollen die Poesie wie das Drama auszeichnen. Dieser Unmittelbarkeit der Rezeption entspricht die des Künstlers selbst, der als Genie verstanden wird, das die Volksindividualität zum Ausdruck zu bringen vermag. Dem schließt sich der Organismusgedanke Mösers als Maxime historischen Verständnisses an. Es "heben sich heraus: die beispielhafte Ausbildung eines komplexen Geschichtsbewußtseins, der produktive Ansatz einer umfassenden Kulturanthopologie und vor allem eine neue Qualität des ästhetischen Empfindens und der poetologischen Grundsätze - der regelfreien individuellen Ausdrucksdichtung der Goethezeit und noch der Moderne wird hier die Bahn freigemacht" (KLL).
¶ In diesem Sinne steter künstlerischer Reflexion des Eigenen, der Grenzen und Gefährdungen des Genies, die uns gleich ob in Goethes "Werther" oder den Gemälden Francis Bacons zeitlos-menschlich entgegentreten, ist "Von Deutscher Art und Kunst" immer noch ebenso modern wie wegweisend. Einband mit minimalen Druckspuren auf dem Hinterdeckel; Titel und Seite 3 mit kleinem Stempel, papierbedingt minimal gebräunt. Ein sehr schönes, breitrandiges Exemplar. Selten.
¶ First edition, scarce. Modern red morocco, spine gilt with title. A fine copy.
Erste Ausgabe. Günther/Volgina/Seifert 755 - Goedeke IV,289,31 - Goedeke3 IV,i,725,35 - Hirschberg/Goedeke 211 - Borst 257 - Holzmann/Bohatta IV,10883 - Goethe: Hagen 37 - Möser: Kosch X,1226. – Gewicht: 2000g. N° 960
 

Hölderlin, Johann Christian Friedrich: Friedrich Hölderlin's sämmtliche Werke herausgegeben von Christoph Theodor Schwab. Erster Band. Gedichte und Hyperion.
Beigebunden / bound with:...Zweiter Band. Nachlaß und Biographie.
Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta'scher Verlag, 1846. Octavo. 202 x 123 mm. I: XIV Seiten Vorwort; Erste Abtheilung. Gedichte: [2], 213, [1 weiße] Seiten; Zweite Abtheilung. Hyperion: [2], 148, [1] (Druckfehler), [1 weiße] Seiten. - II: VI, 352, [1] (Druckfehler), [1 weiße] Seiten.
Handgefertigter Halbleinwandband der Zeit mit Rücken aus roter Leinwand, durch vergoldete Doppellinien in fünf Abschnitte gegliedert, auf dem zweiten die goldgeprägte Rückentitelei. Deckel mit blau-schwarzem Buntpapier bezogen.     * Preis: 1.200,00 €      [ bestellen ]

Mit zahlreichen Erstdrucken. Der zweite Band enthält den Nachlaß, darunter Briefe, Jugendgedichte, "Fragment von Hyperion", "Grund zum Empedokles", Hölderlins Leben, "Gedichte aus der Zeit des Irrsinns" sowie "Der Homerische Achill. Fragment" und "An Landauer". Kapitale und Ecken etwas berieben, minimale Bezugfehlstellen. Erste und letzte Blätter beider Teile hell stockfleckig, sonst etwas stockfleckig. Geschenkeintrag von 1871 auf vorderem fliegenden Vorsatz.
¶ First complete edition. Contemporary boards, cloth spine gilt with title. Foxing to first and last leaves, else some foxing.
Erste Gesamtausgabe. Seebaß 13 - Goedeke V,472,4 - Hirschberg/Goedeke 220 - Wilpert/Gühring2 6. – Gewicht: 1500g. N° 454
 

Hölderlin, Johann Christian Friedrich: Hyperion oder der Eremit in Griechenland von Friederich Hölderlin. Erster Band. Zweyte Auflage.
Beigebunden / bound with: ... Zweiter Band. Zweite Auflage.
Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta'sche Buchhandlung, 1822. Octavo. 154 x 98 mm. I: 160 Seiten. - II: 124 Seiten.
Handgefertigter dunkelgrüner, etwas späterer Leinwandband mit goldgeprägtem Rückentitel und Fileten unten und oben.     * Preis: 1.800,00 €      [ bestellen ]

Beinah ebenso selten wie die erste, in Antiqua gesetzte Ausgabe von 1797/1799. Diese zweite, in Fraktur gesetzte Ausgabe wurde von Friedrich de la Motte-Fouqué redigiert, sie kam auf Anregung des preußischen Leutnants J.H. Diest zustande.
¶ In einem Brief an Neuffer im Juli 1793 schreibt Hölderlin (1770-1843), daß er seinem Gönner Stäudlin ein größeres Fragment des "Hyperion" vorgelegt habe, im November des Folgejahres erscheinen die ersten fünf Briefe in Schillers "Neuer Thalia": "Ich habe Deinen Hyperion in der ‚Thalia' gelesen. Lieber Hölderlin! es war mir, als wenn ich Dich vor mir hätte. Ich fand Dich ganz in Deinem Werke, Deinen Empfindungen und Deinen Maximen" (Brief von Neuffer). 1795 beginnt Hölderlin in Jena mit einer metrischen Fassung des Briefromans, läßt jedoch bald davon ab. Cotta, durch Schillers Empfehlung als Verleger gewonnen, regt im Mai 1796 an, das Manuskripte zu kürzen, woraufhin Hölderlin es erneut bearbeitet und schließlich die Druckvorlage des ersten Bandes erstellt, der April 1797 zur Osterbuchmesse erscheint. Im Herbst des Jahres 1799 folgt der zweite Band, dessen Konzeption wie Inhalt jedoch bereits ebenfalls 1797 abgeschlossen gewesen sein dürften.
¶ "Sollten Sie nie den Hyperion von Hölderlin, Cotta 1797, gelesen haben, so tuen Sie es sobald als möglich; es ist eines der trefflichsten Bücher der Nation, ja der Welt" (Clemens Brentano am 1.10.1814 an Rahel Varnhagen). Rückengoldprägung teils abgegriffen, erster Titel und folgendes Blatt fleckig; sonst nur vereinzelt ein wenig stockfleckig und meist wohlerhalten.
¶ Second edition. Nearly contemporary dark-green cloth, spine gilt with title. Title of part I stained, else good.
Seebaß 12 - Goedeke V,471,1 - Hirschberg/Goedeke 220 - Enslin/Engelmann I,159 - cf. Borst 777. – Gewicht: 1000g. N° 453
 

Hudemann, Ludwig F. & Racine, Jean: Diocletianus der Christenverfolger Ein Trauerspiel.
Beigebunden / bound with: Phädra. Ein Trauerspiel.
[Wismar u.a.: Berger, 1751.] Octavo. 167 x 103 mm. I: 68 Seiten. - II: 100 Seiten.
Moderner Ledereinband mit goldgeprägtem Rückentitel.     * Preis: 95,00 €      [ bestellen ]

Erste Ausgabe. Racines Tragödie wurde von Ludwig Ferdinand Hudemann (1703-1770) übersetzt. Papierbedingt stockfleckig. Es fehlen Titel und Vorwort, insgesamt 16 Seiten; Text der Dramen komplett. Selten.
¶ Modern morocco, gilt title on spine. Lacks title and preface.
Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon3 VIII,207 (gibt für Diocletian 1750). – Gewicht: 500g. N° 4760
 

Humboldt, Alexander von: Neunzeiliger Autograph mit Signatur und Datum, montiert auf den unteren Rand eines Stückes dünner weißer Pappe mit der Photographie eines Gemäldes, das den etwa fünfzigjährigen Humboldt zeigt. Berlin, 1854. Autograph: 83 x 132 mm. Photographie: 136 x 113 mm. Papp.e: 219 x 132 mm.
Einzelnes Blatt.     * Preis: 800,00 €      [ bestellen ]

"Herr Möllhausen, der in meinem | Hause wohnt und von der grossen | amerikanischen Expedition nach Californien der er | als Zeichner u Topograph angehörte | zurückgegehrt ist, auf des Königs Befehl, zu | Freitag morgen, um 9 Uhr, mit | seinen schönen Zeichnungen der | Reise nach Bellevue bestellt | worden. | A v Humboldt | d: 7 Dec 1854" - Balduin Möllhausen (1825-1905) nahm 1849 an der Expedition des Herzogs Paul von Württemberg in die Felsengebirge Nordamerikas teil und hielt sich bei den Omaha Indianern auf. 1853 kehrte er nach Deutschland zurück. Cf. NDB XVII,654sq. & Kosch: Literatur-Lexikon X,1191-1193. "Dem aus Nordamerika zurückgekommenen Schriftsteller Balduin Möllhausen verschaffte Humboldt eine Audienz beim König. Möllhausen: 'Die während dieser Reise gezeichneten Skizzen durfte ich dem König Friedrich Wilhelm IV. vorlegen.' Auf Humboldts Vorschlag ernannte der Monarch den Schriftsteller [1854] zum 'Kustos der Bibliotheken der Schlösser in und bei Potsdam' und sicherte ihm damit die Lebensbasis" (Kurt Schleucher: Alexander von Humboldt. Darmstadt: Roether. pp. 512-513). Minimal stockfleckig.
¶ Autograph, with Photograph of Humboldt.
Autograph. – Gewicht: 750g. N° 847
 

Jacobi, Johann Georg & Wilhelm Heinse (Herausgeber): Iris. "Erster Band" bis "Vierter Band". Düsseldorf, 1774-1775. Octavo. ca. 190 x 124 mm. 190, [2 weiße] Seiten; 160 Seiten; 165, [1], [2 weiße] Seiten; 191, [1] Seiten.
Interimspappband um 1900, bezogen mit blaugrünem Papier, Buchblock völlig unbeschnitten.     * Preis: 230,00 €      [ bestellen ]

Eine der ersten Frauenzeitschriften und die wichtigste der literarischen Empfindsamkeit: "Iris" steht für den Übergang vom literarischen Rokoko und der Empfindsamkeit zum Sturm und Drang. Die vier weiteren Bände erschienen bis 1777 in Berlin. Dies der mit gleichem Ort und Datum, aber abweichender Kollation publizierte Nachdruck, kenntlich am größeren Satzspiegel, ca. 70 x 136 mm, sowie z.B. an orthographischen Abweichungen in Goethes Gedicht "Neue Liebe, neues Leben", II,iii, p. 145 sq. Zu den weiteren, hier enthaltenen Goethedrucken siehe Hagen 535. Ferner Beiträge von Wilhelm Heinse: Biographie und Übersetzung Tassos, sowie die Rubrik "Politik", von Friedrich Heinrich Jacobi "Ed. Allwills Briefsammlung". Von Jakob Michael Reinhold Lenz hier enthalten: "Das gute Mädchen", III,ii, p. 107; "Ossian fürs Frauenzimmer", III,iii, pp. 113-134, Einleitung ab p. 113, die Übersetzung "Fingal, ein alt Gedicht von Ossian" ab p. 116; "Freundinn aus der Wolke", IV,i, p. 49; "Fingal. Zweyter Gesang", IV,ii, pp. 57-72; "Denkmahl der Freundschaft. | Auf eine Gegend bey St. - g.", IV,ii, p. 101. Einband bestoßen und berieben, Rücken mit kleinen Bezugfehlstellen; innen leicht gebräunt, teils papierbedingt stockfleckig bzw. fleckig; Titel recto mit alter Signatur, verso Bibliothekstempel mit Doublettenvermerk. Aus der Bibliothek des Barocksammlers und Barockbibliographen Curt von Faber du Faur mit dessen Wappen-Exlibris auf dem vorderen Innendeckel.
¶ Second printing. 19th-century boards, uncut. From the library of Curt Faber du Faur.
Goedeke IV,258,35 - Goedeke3 IV,i,670,40 - Hirschberg/Goedeke 243 - Diesch 1042. – Gewicht: 1000g. N° 1152
 

Karsch, Anna Louisa, genannt die Karschin: [Gestochener Titel:] Gedichte von Anna Louisa Karschin, geb. Dürbach. Nach der Dichterin Tode nebst ihrem Lebenslauff herausgegeben von Ihrer Tochter C. L. v. Kl. geb. Karschin. Berlin 1792 gedruckt mit Ditericischen Schrifften. Octavo. 161 x 99 mm. [1] (Gestochener Titel), [1 weiße], XXIV (Widmung, Vorrede, Subscribenten, Inhalt), 128 (Biographie), 392, [1] (Berichtigungen), [1 weiße] Seiten.
Handgefertigter Halblederband der Zeit mit glatten Rücken aus naturbraunem Kalbleder, darauf durch vergoldete Doppellinien in sechs Felder untergliedert das cremefarbene, goldgeprägte Titelschild, oben die Bibliotheksnummer, unten auf mattblauem Feld ein "C."; Lederecken, Deckel mit cremefarbenem papier bezogen, Vorsätze aus modelbedrucktem, rot-grünem Kleisterpapier.     * Preis: 750,00 €      [ bestellen ]

Anna Louisa Karsch (1722-1791), geborene Dürbach, Mutter der Dichterin Caroline Louise von Klenke, die auch vorliegende Sammlung posthum herausgab, begann ihre dichterische Laufbahn mit Gedichte zu Familienfeierlichkeiten, es folgten während des Siebenjährigen Krieges Lobeshymnen auf Friedrich II. und Preußen. 1761 mit Hilfe von Rudolf Gotthard von Kottwitz nach Berlin übersiedelt, erregte sie in den literarischen Salons Aufsehen; Gotthold Ephraim Lessing, Johann Georg Sulzer, Karl Wilhelm Ramler und Moses Mendelssohn förderten sie, mit Goethe stand sie in Briefwechsel. Johann Wilhelm Ludwig Gleim erklärte sie zur deutschen Sappho, und veranlasste die Veröffentlichung ihres ersten Gedichtbandes "Auserlesene Gedichte"; Friedrich Wilhelm II. endlich schenkte der Karschin ein Haus an der Berliner Neuen Promenade. Ihr Grab befindet sich an der Sophienkirche zu Berlin-Mitte.
¶ "Ramler ist gewohnt, wenn ihm ein Stammbuch vorgelegt wird, aus dem Wernike oder Logau abzuschreiben, die Madam Karschin schreibt aus ihrem Herzen" (Chodowiecki). Ecken etwas berieben. Sehr schönes, dekoratives Exemplar aus der Bibliothek der Grafen von Schönborn-Buchheim mit deren Bucheignerzeichen auf dem Vorderdeckel oben links. Das von H/G & W/G angeführte Portrait findet sich in der bei Maurer erschienenen Titelauflage von 1797, siehe Goedeke, loc.cit.
¶ First edition. Contemporary leather-backed boards, spine gilt. Corners slightly rubbed, else a very fine copy.
Erste Ausgabe. Goedeke IV,i,296,30 - Hirschberg/Goedeke 256 - Enslin/Engelmann I,181 - Wilpert/Gühring2 67. – Gewicht: 1000g. N° 1088
 

Karsch, Anna Louisa, genannt die Karschin: Auserlesene Gedichte von Anna Louisa Karschin. Berlin: George Ludewig Winter, 1764. Octavo. 167 x 96 mm. Gestochenes Portrait "G. F. Schmidt Fecit aqua Forti 1763.", XLII (Zueignung, Vorrede, Subscribenten), 363, [1 weiße] Seiten. Titel mit gestochener Vignette, sowie vierzehn gestochene Vignetten von Johann Wilhelm Meil (Cf. Thieme/Becker XXIV,341-342) auf den Seiten 3, 64, 67, 112, 115, 192, 195, 254, 257, 304, 307, 342, 345 & 358. Zahlreiche Holzschnittvignetten.
Handgefertigter marmorierter Kalblederband der Zeit auf fünf echten, erhabenen Bünden und reicher fleuraler wie ornamentaler Rückenvergoldung, goldgeprägtes Titelschild auf zweitem Feld. Schnitt mit blauen Wolkenmuster eingefärbt, handgestochene zweifarbige Kapitale, Vorsätze aus gelb/blau/rot/schwarzem Marmorpapier.     * Preis: 620,00 €      [ bestellen ]

Vorzugsausgabe der ersten Gedichtsammlung der Dichterin auf besserem Papier und mit den gestochen Vignetten von J. W. Meil.
¶ Anna Louisa Karsch (1722-1791), geborene Dürbach, begann ihre dichterische Laufbahn mit Gedichte zu Familienfeierlichkeiten, es folgten während des Siebenjährigen Krieges Lobeshymnen auf Friedrich II. und Preußen. 1761 mit Hilfe von Rudolf Gotthard von Kottwitz nach Berlin übersiedelt, erregte sie in den literarischen Salons Aufsehen; Gotthold Ephraim Lessing, Johann Georg Sulzer, Karl Wilhelm Ramler und Moses Mendelssohn förderten sie, mit Goethe stand sie in Briefwechsel. Johann Wilhelm Ludwig Gleim erklärte sie zur deutschen Sappho, und veranlasste die Veröffentlichung ihres ersten Gedichtbandes "Auserlesene Gedichte"; Friedrich Wilhelm II. endlich schenkte der Karschin ein Haus an der Berliner Neuen Promenade. Ihr Grab befindet sich an der Sophienkirche zu Berlin-Mitte.
¶ "Ramler ist gewohnt, wenn ihm ein Stammbuch vorgelegt wird, aus dem Wernike oder Logau abzuschreiben, die Madam Karschin schreibt aus ihrem Herzen" (Chodowiecki).
¶ "Die Vignetten von Meil und das Titelkupfer von G. F. Schmidt sind nur zur bessseren Ausgabe des Buches verwandt worden, die auf starkem Papier gedruckt ist (...) In der gewöhnlichen Ausgabe [sind] Titel und Seitenzahl dieselben, jedoch schließt das Verzeichnis der Subscribenten mit XL. Es führt andere und weniger vornehme auf" (Wilhelm Dorn, Meil-Bibliographie, p. 86). "Während Chodowiecki durch seine Bildkupfer einen Text illuminiert, (...) umschreibt Meil in seinen allegorischen Vignetten den geistigen Gehalt des Geschriebenen" (Hauswedell/Voigt I, 82). Rücken und Kanten leicht berieben, minimale Fehlstelle am oberen Ende des Vordergelenks. Innen von vereinzelten, minimalen Bräunungen abgesehen frisch und schön erhalten. Mit dem oft fehlenden Blatt "Subskribenten so ihren Namen zu spät eingesandt." Ein sehr dekoratives Exemplar.
¶ First edition, contemporary marbled calf, spine richly gilt in compartments. Printed on better paper and with the fourteen engraved vignettes. Binding slightly rubbed in places. A very fine copy.
Erste Ausgabe. Goedeke IV,i,295,5 - Hirschberg/Goedeke 256 - Enslin/Engelmann I,181 - Wilpert/Gühring2 18 - Rümann 495 (falsch: 12 gest. Vign.) - Dorn: Meil 134-48. – Gewicht: 1000g. N° 1089
 

Karsch, Anna Louisa, genannt die Karschin: Neue Gedichte. Mietau und Leipzig: Jakob Friedrich Hinz, 1772. Octavo. 161 x 94 mm. 94, [2 weiße] Seiten. Titel mit schöner Vignette in Kupferstich.
Schlichter handgefertigter Halblederband des 20. Jahrhunderts mit Rücken aus naturbraunem Kalbleder. Deckel mit Buntpapier bezogen.     * Preis: 210,00 €      [ bestellen ]

Anna Louisa Karsch (1722-1791), geborene Dürbach, begann ihre dichterische Laufbahn mit Gedichte zu Familienfeierlichkeiten, es folgten während des Siebenjährigen Krieges Lobeshymnen auf Friedrich II. und Preußen. 1761 mit Hilfe von Rudolf Gotthard von Kottwitz nach Berlin übersiedelt, erregte sie in den literarischen Salons Aufsehen; Gotthold Ephraim Lessing, Johann Georg Sulzer, Karl Wilhelm Ramler und Moses Mendelssohn förderten sie, mit Goethe stand sie in Briefwechsel. Johann Wilhelm Ludwig Gleim erklärte sie zur deutschen Sappho, und veranlasste die Veröffentlichung ihres ersten Gedichtbandes "Auserlesene Gedichte"; Friedrich Wilhelm II. endlich schenkte der Karschin ein Haus an der Berliner Neuen Promenade. Ihr Grab befindet sich an der Sophienkirche zu Berlin-Mitte.
¶ "Ramler ist gewohnt, wenn ihm ein Stammbuch vorgelegt wird, aus dem Wernike oder Logau abzuschreiben, die Madam Karschin schreibt aus ihrem Herzen" (Chodowiecki). Einbandkanten minimal berieben. Innen kleiner, fast unmerklicher Wurmgang im inneren weißen Rand, sonst fasst fleckenfrei und wohlerhalten. Wohl auf festerem Papier gedruckt.
¶ First edition, new calf-backed boards. Printed on better paper. Binding slightly rubbed in places. A near fine copy.
Erste Ausgabe. Goedeke IV,i,296,13 - Hirschberg/Goedeke 256 - Wilpert/Gühring2 45 (falsch: 1774 = Titelauflage der vorlegenden Erstausgabe). – Gewicht: 750g. N° 1090
 

Kirsch, Georg Wilhelm: Lexicon syriacum chrestomathiæ suæ syriacæ accomodatum. Stadtamhof: Ad. Friedrich Boehm, 1789. Octavo. 170 x 102 mm. [2], 138 Seiten.
Handgefertigter Pappeinband der Zeit mit handschriftlichem Rückenschildchen.     * Preis: 115,00 €      [ bestellen ]

Umfaßt den lexikalischen Teil des Werkes, geordnet nach dem syrischen Alphabet. Des geringen Typenvorrats des Setzers wegen ist das Werk in Quartlagen gedruckt. Einband etwas bestoßen, teils leicht berieben. Kleiner Stempel auf Titel, innen papierbedingt stockfleckig, anfangs kleiner Tintenfleck im oberen Innensteg.
¶ First edition. Contemporary boards.
Zaunmüller 372 - Vater 387. Nicht in Cordell Coll. – Gewicht: 500g. N° 4467
 

Kleist, Heinrich von: Ausgewählte Schriften. Herausgegeben von Ludwig Tieck. [Vier Bände in einem]. Berlin: G. Reimer, 1846 [Band IV: 1847]. Kl.Octavo. 161 x 104 mm. I: [4], XLVI, 173, [1 weiße] Seiten. - II: [4], 250, [2 weiße] Seiten. - III: 223, [1 weiße] Seiten. - IV: 152 Seiten.
Handgefertigter Halblederband des 20. Jahrhunderts mit Rücken aus mittelbraunem Maroquin, vier erhabenen, echten Bünden und schwarzem, goldgeprägtem Lederrückenschild auf dem zweiten Feld. Die Deckel mit blau-schwarzem Marmorpapier bezogen, Vorsätze aus gedrucktem Moiré-Marmorpapier mit blauem Grund.     * Preis: 130,00 €      [ bestellen ]

Erster Band: Biographische Vorrede Tiecks; Das Käthchen von Heilbronn. - Zweiter Band: Der zerbrochene Krug; Prinz Friedrich von Homburg. - Dritter Band: Erzählungen. 1. Theil. (Michael Kohlhaas; Die Marquise von O...; Das Erdbeben von Chili). - Vierter Band: Erzählungen. 2. Theil. (Die Verlobung in St. Domingo; Das Bettelweib von Locarno; Der Findling; Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik; Der Zweikampf). Einband sehr gut erhalten; innen papierbedingt stockfleckig und leicht gebräunt.
¶ 20th-century morocco-backed boards, four raised bands. Foxed due to quality of paper.
Goedeke VI,104,14 - Hirschberg/Goedeke 264. – Gewicht: 750g. N° 141
 

Klopstock, Friedrich Gottlieb: Lieder. Karlsruhe: Christian Gottlieb Schmieder, 1776. Octavo. 174 x 103 mm. 28 (recte 26), 272, [4] Seiten. Mit Holzschnittvignette auf Titel.
Handgefertigter Pappeinband der Zeit, bezogen mit hell-graublauem Papier, schwarz geprägtes Rückenschild.     * Preis: 78,00 €      [ bestellen ]

Enthält: Einleitung; Lieder; Veränderte Lieder; Geistliche Lieder, Zweyter Theil, mit einer Vorrede. Jedes Teil mit einem Inhaltsverzeichnis. Einband mit wenigen kleinen Wurmlöchern unten. Kleiner Wurmgang im weißen Innenfalz unten, nur minimal hell stockfleckig, Titel mit zwei alten Stempeln, sonst frisch und weiß.
¶ Contemporary boards.
Schmieder-Ausgabe. – Gewicht: 500g. N° 964
 

König, Anton Balthasar (anonym): Versuch einer Historischen Schilderung der Hauptveränderungen, der Religion, Sitten, Gewohnheiten, Künste, Wissenschaften &c. der Residenzstadt Berlin seit den ältesten Zeiten, bis zum Jahre 1786. [Drei Teile in drei Bänden:]
Erster Theil. Bis zum Ende der Regierung Churfürst George Wilhelms.
Zweiter Theil. Enthält die Regierungsgeschichte Churfürst Friedrich Wilhelms des Großen von 1640 bis 1688.
Dritter Theil. Enthält die Regierungsgeschichte Churfürst Friedrich III. nachmaligen ersten Könige von Preußen, von 1688 bis 1713.
Erster Theil: Berlin: "bei Wilhelm Oehmigke dem jüngeren", 1793. Octavo. 200 x 118 mm. XVI, 368 Seiten.
Zweiter Theil: Berlin: "bei Wilhelm Oehmigke dem jüngeren", 1793. Octavo. 200 x 118 mm. XIV, 511, [1] Seiten.
Dritter Theil: Berlin: "In der Buchhandlung des Geheimen Commerzien-Raths Pauli", 1795. Octavo. 200 x 118 mm. 192 x 116 mm. [2], 405, [1 weiße] Seiten. (Alle drei Bände jeweils incl. Register).
I & II: Handgefertigte Pappbände der Zeit. III: etwas späterer handgefertigter Pappeinband. Alle mit schwarzem Kleisterpapier bezogen, dezenter Linienvergoldung auf dem Rücken, goldgeprägtem Rückenschild.     * Preis: 240,00 €      [ bestellen ]

Der Wunsch "eben so viel von den Menschen, als von den Gebäuden, Straßen und Plätzen von Berlin" zu wissen, bewogen Anton Balthasar König (1753-1814) zu seinem "Versuch einer Historischen Schilderung ... der Residenzstadt Berlin". Wichtig wegen der in den Beilagen jedes Bandes angeführten Dokumente, des wirtschaftlichen Zahlenmaterials etc., dadurch eine Fundgrube historischer Forschung. Es erschienen noch zwei weitere Bände. I & II Einbände an den Gelenken, Kapitalen und Ecken berieben, kleine Bezugfehlstellen, Ecken bestoßen. Besitzeintrag auf vorderem Spiegel oben: "E.W. Lettow". III an den Kanten leicht berieben. Titel von I mit kleiner Fehlstelle im unteren weißen Rand; Titel von III mit kleiner hinterlegter Fehlstelle im vorderen weißen Rand. Innen meist papierbedingt leicht gebräunt.
¶ First edition. Contemporary boards (I,II), later boards (III), rubbed, corners bumped.
Erste Ausgabe. Berlin-Bibliographie I,329 - Holzmann/Bohatta IV,9366. – Gewicht: 1000g. N° 4761
 

Lenz, Jakob Michael Reinhold; Goethe, Johann Wolfgang von; Klinger, Friedrich Maximilian von: Drei bedeutende Theaterstücke des Sturm und Drang in einem Band:
Johann Wolfgang von Goethe: Claudine von Villa Bella Ein Schauspiel mit Gesang von J. W. Göthe. Berlin bey August Mylius 1776.
[Friedrich Maximilian von Klinger]: Die neue Arria. Ein Schauspiel. Berlin bey August Mylius, 1776.
[Jakob Michael Reinhold Lenz]: Die Freunde machen den Philosophen. Eine Komödie. Lemgo, im Verlage der Meyerschen Buchhandlung, 1776.
Goethe: Berlin: August Mylius, 1776. Octavo. 153 x 94 mm. 127, [1 weiße] Seiten, mit Titelvignette 'Zierfigur', Kopf- und Schlußvignette.
Klinger: Berlin: August Mylius, 1776. Octavo. 153 x 94 mm. 134 Seiten, mit Titel-, Kopf- und Schlußvignette.
Lenz: Lemgo: Meyersche Buchhandlung, 1776. Octavo. 153 x 94 mm. 88 Seiten.
Handgefertigter Pappeinband der Zeit, bezogen mit Kiebitzpapier, Schnitt rot gesprenkelt.     * Preis: 4.900,00 €      [ bestellen ]

Drei erste Ausgaben; Goethes "Claudine" liegt hier in der ersten Ausgabe der ersten Fassung vor; die Erstdrucke der Schauspiele von Klinger und Lenz erschienen anonym. Im Jahre 1776 besuchten sowohl Klinger (1725-1831) wie Lenz (1751-1792) Goethe in Weimar: Klinger, den Goethe während seines Studiums unterstützt hatte, kam nach Weimar, um durch eine Stelle am dortigen Hofe seinen Geldschwierigkeiten zu entgehen, da dies erfolglos blieb, reiste er weiter nach Leipzig und mit der Seylerschen Truppe beinahe zwei Jahre quer durch Deutschland; Lenz versuchte, um seiner entwürdigenden Hofmeisterposition entkommen, ebenfalls in Weimar unterzukommen, wurde aber seiner Konflikte mit der Hofgesellschaft wegen vom Herzog des Landes verwiesen.
¶ GOETHEs "Claudine" zeigt "romantische Gegenstände, Verknüpfungen edler Gesinnung mit vagabundistischen Handlungen" (Dichtung und Wahrheit) unter Verwendung von Motiven des Sturm und Drangs; 1788 erschien eine Versfassung, doch besitzt die vorliegende Erstfassung den Reiz des Wechsels von Prosadialog zu volksliedartiger Lyrik.
¶ In KLINGERs "Neuer Arria" wird, antik gekleidet, die Verschwörung gegen einen Tyrannen dargestellt.
¶ LENZ' "Die Freunde machen den Philosophen" ist eine Verspottung der Straßburger Philister: "Nur daß unser kleines Spektakel was guts werde, denn die Marquisinn, hört einmal, hat einen sehr verwöhnten Gechmack. Ihr dürft ihr nichts Mittelmäßiges bringen, ich rath' es euch. Es muß nicht zu - tragisch seyn, auch nicht zu - komisch, nicht zu heftig - auch nicht zu kalt, nicht zu hoch - auch nicht zu gemein - kurzum, Ihr wißt schon, was ich sagen will (S. 45)" - Oder trifft (uns heute) das mehr: "Strephon (aufgebracht). Vetter, das stille Land der Todten ist mir so fürchterlich und öde nicht als mein Vaterland. Sogar im Traum, wenn Wallungen des Bluts mir recht angsthafte Bilder vors Gesicht bringen wollen, so deucht michs, ich sehe mein Vaterland (S. 29)." Einband stellenweise leicht berieben, an den Ecken und Kapitalen minimal bestoßen; vorderer fliegender Vorsatz rechts oben mit kleiner restaurierter Fehlstelle, innen teils minimal stockfleckig, sonst frisch, wohlerhalten und gut. Sehr schöner Sammelband dreier äußerst seltener Hauptwerke des "Sturm und Drang", alle in erster Ausgabe.
¶ Three first editions. Contemporary boards. Scarce, a very fine, unsophisticated copy.
GOETHE: Goedeke3 IV,iii,134,114 - Hagen 128 - Hirzel A78 - Meyer 145 - Kippenberg I,354 - Wilpert/Gühring2 15.
KLINGER: Goedeke3 IV,i,806,6a - Wilpert/Gühring2 3 - Holzmann/Bohatta I,3114.
LENZ: Goedeke3 IV,i,788,94 - Wilpert/Gühring2 11 - Holzmann/Bohatta II,4178. – Gewicht: 4000g. N° 1309
 

Loen, Johann Michael Freiherr von (anonym): Die einzige wahre Religion, allgemein in ihren Grund-Sätzen, verwirrt durch die Zänkereyen der Schriftgelehrten, zertheilet in allerhand Secten, vereiniget in Christo. Erster Theil.
Beigebunden / bound with: ...Anderer Theil.
Frankfurt und Leipzig: "Bey Johann Friedrich Fleischer", 1750. Octavo. 171 x 98 mm. I: Gestochenes Frontispiz, [22], 224 Seiten. - II: [24], 240, [8] (Verzeichnis der vornehmsten in diesem Werk enthaltenen Abhandlungen) Seiten. Das gestochene allegorische Frontispiz von Andreas Reinhardt (d.J., 1715-1752, cf. Thieme/Becker XXVIII,121) nach Jeremias Wachsmuth (1711-1771, cf. Thieme/Becker XXXV,5) wird auf einem Blatt nach dem Titel erklärt.
Handgefertigter marmorierter Kalblederband der Zeit auf fünf echten, erhabenen Bünden; dunkelrotes, goldgeprägtes Titelschild auf zweitem Feld, die anderen mit reicher Vergoldung. Handgestochene grün-weiße Kapitale, Rotschnitt. Vorsätze aus Marmorpapier.     * Preis: 510,00 €      [ bestellen ]

Der Verfasser wird aus den beiden unterzeichneten Widmungen an Friedrich II. (den Großen, 1712-1786), König in Preußen und Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel (1682-1760) erschlossen.
¶ Johann Michael von Loën (1694-1776), Großonkel des 1749 geborenen Goethe, studierte ab 1711 Jura und die Artes zu Marburg, dann zu Halle u.a. bei Christian Thomasius. 1716-1724 bereiste er Deutschland, die Niederlande, Schweiz, Frankreich und Oberitalien, kehrte dann nach Frankfurt/Main zurück, sammelte Bücher und Kunstwerke. 1729 heiratete er Catharina Sibylla Maria Lindheimer (1702-1776), die Schwester von Goethes Großmutter Anna Margaretha Textor, geb. Lindheimer (1711-1783). 1752 wurde er durch den preußischen König Friedrich II. zum Regierungspräsidenten der Grafschaft Lingen berufen. Während des Siebenjährigen Krieges 1757 in französische Gefangenschaft geraten und nach Wesel verschleppt, hielt man ihn vier Jahre bis 1761 als Geisel gefangen. In den letzten Lebensjahren war er fast erblindet. Cf. NDB XV,47-49.
¶ "Christian Thomasius [prägte] sein philosphisches Denken so maßgeblich, daß Loën seine ganze künftige Schriftstellerei im Sinne der Aufklärung als praktische Weltweisheit und Glückseligkeitslehre betrieben hat" (NDB XV,47)
¶ "In seiner Religionsphilosophie ging es Loën darum, Aufklärung und Empfindsamkeit synkretistisch miteinander zu verschmelzen. Von dem englischen Deismus übernahm er die Forderung der Zurückführung aller positiven Glaubenslehren auf deren ursprünglichen Kern, ‚die einzige wahre Religion', als die ihm (...) die ‚natürliche Religion' galt, da die Natur dem Menschen Gewißheit über Dasein, Allmacht und Weisheit eines höchsten Wesens gebe. (...) ist diese natürliche Religion zugleich eine Religion der Vernunft" (NDB XV,48). Einband stellenweise etwas berieben bzw. beschabt, Kapitale mit kleinen Fehlstellen. Innen sehr gut erhalten. Sehr selten.
¶ First edition. Contemporary marbles calf. Binding rubbed in places, small defect to end of spine. Internal condition fine. Scarce.
Holzmann/Bohatta VI,7265 - Georgi, Suppl. II,202 - Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon3 IX,1585. – Gewicht: 1000g. N° 3120
 

Macquart, Louis Charles Henri: Topographie von Moskau mit vielen interessanten statistischen Bemerkungen. Aus dem Französischen des Herrn Macquarts übersetzt und mit Anmerkungen begleitet. Frankfurt am Main: Johann Christian Hermann, 1790. Octavo. circa 212 x 136 mm. [8], 116, [1], [3 weiße] Seiten. Mit einer kleinen Holzschnittvignette auf dem Titel.
Blauer Original-Umschlag des Verlegers mit handschriftlichem Rückentitel. Unbeschnitten und unaufgeschnitten.     * Preis: 330,00 €      [ bestellen ]

Des Chemikers Louis Charles Henri Macquarts (1745-1818) Beschreibung Moskaus "ist nicht nur als blose Ortbeschreibung jedem Reisenden, sondern noch über das dem Naturforscher, und dem Arzte äussert wichtig. Wir lernen durch Hrn. Macquart die ganze Gegend mineralogisch kennen, und der Arzt wird für die Nachrichten gewiß dankbar seyn, die er hier in Betreff der dortigen Medizinalanstalten finden wird" (Vorwort). Enthält: Ortsbeschreibung von Moskau nebst Bemerkungen zu den Einwohnern und ihren Sitten: "Die Weiber sind im Ganzen genommen weiß, wohlgebildet, und ziemlich groß, sie haben in der Blüthe ihrer Jahre angenehme Gesichtsbildungen. Jene aus der niedern Klasse haben, sehr kurze und dicke Taillen, und keine feste Haut, sie mahlen sich feuerroth, woran sie eben so viel Wohlgefallen haben, als es uns mit Recht lächerlich vorkömmt. (...) Ich kenne kein anders Land, wo man soviel Vergnügen am Baden habe, als in diesem, es ist das Dampfbad" (S. 25); des weiteren zahlreiche Bemerkungen zu den Apotheken und Heilmitteln, den Geldsorten in Gold, Silber und Kupfer; zu Bausteinen, Mineralien und Fossilien. Umschlag mit kleinen Randeinrissen, unbeschnittene Blattränder bisweilen etwas angestaubt, minimal stockfleckig. Selten.
¶ First edition. Original wrappers, uncut, unopened. Lightly stained in placed. Scarce. A fine description of Moskow, including the manners of its habitants, customs, medical remarks, vapour baths, money and coins, gold and silver, buildings, &c.
Erste Ausgabe. Nicht bei Ebert, Graesse. – Gewicht: 750g. N° 923
 

Maqrîzî, Ahmad ibn 'Alî al- - Wetzer, Heinrich Joseph (Übersetzer): Taki-eddini Makrizii Historia Coptorum Christianorum in Aegypto Arabice, edita et in linguam latinam translata ab Henrico Josepho Wetzer. "Solisbaci, In Libraria J. E. de Seideliana. MDCCCXXVIII." I.e. Sulzbach: J.E. Seidel, 1828. Octavo. ca. 231 x 142 mm. XXIV, 215, [1] Seiten.
Broschur der Zeit ohne Umschlag, unbeschnitten, handgeschriebener Rückentitel.     * Preis: 170,00 €      [ bestellen ]

Es handelt sich um einen Auszug aus den "al-Mawâ'iz wa-'l-i'tibâr fî dikr al-hitat wa-'l-atâr", Text in Arabisch und Latein. Heinrich Joseph Wetzer (1801-1853) studierte zu Marburg, Tübingen und Freiburg Theologie sowie Hebräisch und Arabisch. 1828 habilitiert wurde er Privatdozent, dann in Freiburg außerordentlicher Professor für orientalische Philologie.
¶ Taqi al-Din Ahmad ibn 'Ali ibn 'Abd al-Qadir ibn Muhammad al-Maqrizi (1364 - 1442), war ein sunnitischer Moslem und ägyptischer Geschichtsschreiber der Mamluk-Zeit. Mawaiz wa al-'i'tibar bi dhikr al-khitat wa al-'athar, die topographische und historische Beschreibung Ägyptens, ist sein Hauptwerk. Der hier vorliegenden Teil beschreibt angefangen mit Begriffsklärungen zu Nazarener und Messias die Missionierung durch die Apostel, die Christenverfolgung unter den römischen Kaisern, die ersten Konzile, die christlichen Gemeinden in Syrien, Persien, Ägypten etc; sodann ausführlich die Geschichte der Kopten unter mohammedanischer Herrschaft, Tributzahlungen, Sekten etc. Mit einem Register der Alexandrinischen Patriarchen. Titel mit hinterlegtem Ausriß im unteren weißen Rand ohne Textverlust. Erstes und letztes Blatt angestaubt; meist stockfleckig, teils etwas gebräunt bzw. fleckig. Sehr selten.
¶ First edition. Arabic text and Latin translation. Wrappers, uncut. Title with repaired marginal tear; leaves foxed, browned, some stains. Scarce.
Erste Ausgabe. – Gewicht: 1000g. N° 305
 

Märcker, Friedrich Adolf: Julius. Eine Lebensgeschichte aus der Zeit. Berlin: "Gedruckt und verlegt bei G. Reimer", 1829. Octavo. 157 x 100 mm. IV, 414, [1], [1 weiße] Seiten.
Pappeinband des 20. Jahrhunderts, bezogen mit hellgrauem Marmorpapier, handgeschriebenes Rückenschild.     * Preis: 110,00 €      [ bestellen ]

Friedrich Adolf Märcker (Maercker, 1804-1889) promovierte 1837 in Halle nach Studium der Rechte, der Philosophie und Philologie zu Berlin, erlangte 1842 in Berlin seine Habilitation und wurde 1861 dort Titular-Professor. "Julius" ist nach einem Band Gedichte sein zweites Werk. Enthält u.a. zahlreiche Aphorismen. Erste und letzte Blätter leicht fleckig bzw. stockfleckig; kaum merklicher Wasserrand, minimal stockfleckig, sonst wohlerhalten. Exemplar auf besserem Papier.
¶ First edition. Modern boards. Good.
Erste Ausgabe. Hirschberg/Goedeke 315 - Enslin/Engelmann I,243 - Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon3 X,216. – Gewicht: 750g. N° 4846
 

Mendelssohn, Moses: An die Freunde Lessings. Ein Anhang zu Herrn Jacobi Briefwechsel über die Lehre des Spinoza. Berlin: Christian Friedrich Voß und Sohn, 1786. Octavo. 152 x 92 mm. XXIV, 87, [1 weiße] Seiten.
Handgefertigter Pappeinband der Zeit, bezogen mit braun-schwarzem Kiebitzpapier.     * Preis: 360,00 €      [ bestellen ]

Erste Ausgabe, von Mendelssohn im Dezember 1785 verfaßt im folgenden Jahr von J. J. Engel mit einem Vorwort herausgegeben. "Über Lessings Stellung zum Spinozismus, über die Frage, ob Lessing 'Spinozist' ist, sind, seit Jacobi nach Lessings Tode ein Gespräch darüber mitteilte, zahlreiche Streitigkeiten entstanden" (Ziegenfuß II,54). Im vorliegenden Werk versucht Mendelssohn, Jacobis diesbezügliche Attacken zurückzuweisen. und Lessing vor einem Vorwurf, der damals fast gleichwertig mit jenem des Atheismus war, in Schutz zu nehmen. Einband stellenweise etwas berieben, Rücken mit kleinen Bezugfehlstellen, innen schwach gebräunt, bzw. minimal wasserrandig.
¶ First edition. Contemporary boards, slightly rubbed in places, small defects to ends of spine.
Meyer 334 - Van der Linde 337 - Goedeke3 IV,i,490,17 - Hirschberg/Goedeke 329 - Wilpert/Gühring2 33 - Mendelssohn Kat. Wolfenbüttel 138 - Borst 528 - Ziegenfuss/Jung II,150. – Gewicht: 500g. N° 979
 

Montchal, Charles de: Memoires de Mr. de Montchal, Archeveque de Toulouse, contenant des Particularitez de la vie et du ministere du Cardinal de Richelieu. Tome I. [Tome II.]. Rotterdam: Gaspar Fritsch, 1718. Duodecimo. ca. 177 x 103 mm. I: [4], 342 Seiten. - II: [2], Seiten 345-750. Titel von I in rot und schwarz, mit gestochener Druckermarke, Titel von II mit Holzschnittvignette, Holzschnittinitialen.
Handgefertigte schlichte Pappeinbände der Zeit, bezogen mit schwarz gesprenkeltem braunem Papier; Bibliothekschildchen auf Rücken. Unbeschnitten, teils unaufgeschnitten.     * Preis: 80,00 €      [ bestellen ]

Der französische Geistliche Montchal (1589-1651), der erst Kanonikus zu Angouleme, dann Abt von St. Amand, später Erzbischof von Toulouse wurde, war wegen seiner Kenntnisse in der kirchlichen und weltlichen Geschichte berühmt. In den 'Memoires' schildert der Zeitgenosse den Minister und Kardinal Richelieu (1585-1642) als einen Tyrannen, Betrüger und gottlosen Menschen. Einbände leicht berieben, innen teils schwach gebräunt, sonst gut. Gestochenes Exlibris auf beiden vorderen Innendeckeln: "ex libris Christ. Lud. a. Tieffenbach".
¶ First edition. Two volumes. Contemporary boards. From the library of Christ. Lud. a. Tieffenbach.
Erste Ausgabe. Georgi V,272. Nicht bei Brunet, Graesse. – Gewicht: 750g. N° 4206
 

Montjoye, C.F.L. de (anonym): Histoire de la conjuration de Louis Philippe Joseph d'Orléans, (...) surnomme Égalite. (3 Bde.). Paris, 1796. Octavo. 191 x 122 mm. I: gestochenes Portraitfrontispiz, [4], xvj, 304 Seiten. - II: [4], 392 Seiten. - III: [4], 304, 8 (Index), 4 (Inhaltsverzeichnis) Seiten.
Handgefertigte Halblederbände der Zeit mit etwas Rückenvergoldung, Rückenschildern.     * Preis: 135,00 €      [ bestellen ]

Montjoye verteidigte in mehreren Schriften Louis XVI, mußte 1793 fliehen und konnte erst nach dem 18. Brumaire nach Paris zurückkehren (vgl. Hoefer XXXVI, S. 308ff.). Trotz der Ungenauigkeiten eine wichtige Quelle zur französischen Revolution: berichtet das Schicksal des Herzogs von Orléans, der, um selbst König zu werden, die Hinrichtung Ludwigs XVI. betrieb, als "Philippe Égalite" den Jakobinern beitrat, um schließlich Opfer des revolutionären Terrors zu werden. Einbände berieben, Ecken bestoßen. Innen wie üblich papierbedingt meist stockfleckig bzw. gebräunt..
¶ First edition. 3 vols. Contemporary leather backed boards, spines gilt, rubbed, corners bumped. Foxed and browned as usual due to quality of paper.
Erste Ausgabe. Brunet VI,23967 - Monglond III,10 - Martin/Walter 25017 - Tourneux IV,21571. – Gewicht: 750g. N° 4791
 

Morhof, Daniel Georg & Johann Möller: Polyhistor, in tres tomos, literarium, (...) philosophicum et practicum (...) divisus. Opus posthumum, ut multorum Votis satisfieret, Accurate revisum, emendatum, ex Autoris Annotationibus [gr.:] autogaphois, & Mss. aliis, supplementum passim atqve auctum, (...) à Johanne Möllero. (...) Accedunt Indices Necessarii.
[Band II:] Polyhistoris continuatio, Continens qvatuor posteriores Tom. Liter. Libros, à Viro in Acad. Lipsiensi Erudito revisos atqve auctos, nec non Tomum Philosophicum & Practicum, Opus Posthumum à Johanne Möllero, (...) Accuratè revisum, emendatum, suppletum passim atqve auctum (...). Accedunt Indices Necessarii.
Lübeck: Peter Boeckmann, 1708. Quarto. 212 x 170 mm. I: Gestochenes Frontispiz, [10], 768 Seiten, incl. Index) [und ein gefaltetes Blatt vor )(1]. - II: [8], 30, 406, 534, 130 Seiten, [Möller, Prolegomena:] 80 Seiten, [Indices:] 40, 168 Seiten. Titel von I in rot und schwarz.
Zwei handgefertigte Pergamenteinbände der Zeit auf drei durchgezogenen Pergamentbünden, handgestochene Kapitale, Blauschnitt, etwas spätere goldgeprägte Lederrückenschilder.     * Preis: 590,00 €      [ bestellen ]

Zweite Ausgabe, von Johann Möller (Moller, 1661-1725) bearbeitet und mit einer Biographie Morhofs (1639-1691) versehen, beschreibt etwa 7500 Werke. Eines der wichtigsten Werke für die Literatur der Renaissance und des Barock. Die erste Ausgabe umfaßte nur die ersten drei Bücher (hier Band I), alle weiteren wurden nach Morhofs Tod ediert; die vorliegende Ausgabe bietet die umfangreichen Ergänzungen u.s.w. Möllers; erst die dritte und vierte Ausgabe, bei der weitere Bearbeiter hinzukamen, sind nach Besterman wieder textidentisch.
¶ "... a work partaking somewhat of the nature of a modern Konversations-Lexikon, but still representing the type of collection of miscellaneous material familiar since ancient times" (Faber du Faur). "Morhof's Polyhistor ... is an invaluable sign-post to the bibliographical history of the time" (Besterman). "... contains information important in the history of cryptography" (Galland p. 129). Teil II, Kapitel V beschäftigt sich mit der Lull'schen Kunst. Vgl. den langen Artikel bei Jöcher III,671-5.
¶ "Besonderer Wert wird auf den innigen Zusammenhang aller Wissenschaften gelegt. Schon der Aufbau des Werkes und sein philologischer Ausgangspunkt, das Wesen der Sprache, zeigen, wie Morhofs Gedanken noch im Humanismus wurzeln. Er verbindet damit die Vorstellungen von der lingua adamica und kann, da er auf die sprachschöpferischen Fähigkeiten des Menschen hinweist, auch als Vorläufer Herders angesehen werden. Er bemüht sich um chronologische und sachliche Ordnungen. Hier erhebt sich zum erstenmal die Kritik an der Literatur. Deshalb ist Morhof der Vater der deutschen Literaturgeschichte geworden" (Newald S. 408).
¶ Daniel Georg Morhof studierte in Rostock Recht, Poesie und Rhetorik, unternahm Studienreisen nach England und Holland, und wurde Nachfolger A. Tschernings als Poesie-Professor zu Rostock. Ab 1650 war er Professor für Eloquenz und Poesie an der neugegründeten Universität zu Kiel und dort insgesamt viermal Rektor, im Nebenamt ab 1680 Bibliothekar der Universitätsbibliothek. Einbandrücken etwas verzogen, stellenweise etwas berieben bzw. fleckig; Rücken von II unten mit hinterlegter Fehlstelle. Meist etwas gebräunt, einige Lagen papierbedingt stockfleckig.
¶ Second edition. Contemporary vellum, rubbed, slightly stained, lower end of spine of vol. II repaired; partly browned, some quires foxed due to quality of paper.
Bestermann I,813 - Petzhold 29 - Faber du Faur S. 388 mit and. Ausgg. - Galland 129. Cf. Clodius: Bibl. lusor. 108. – Gewicht: 3000g. N° 4712
 

Münnich, Johann Jacob Wilhelm: Versuch über die Gränzen der Aufklärung unter den Römern. Leipzig: Siegfried Lebrecht Crusius, 1789. Octavo. 203 x 120 mm. XIV, [2], 431, [1 weiße] Seiten.
Handgefertigter marmorierter Kalbledereinband der Zeit auf fünf echten, erhabenen Bünden mit reicher fleuraler Vergoldung auf den Feldern des Rückens, einem roten goldgeprägten Titelschild auf zweitem Feld, die Deckel mit breiten ornamentalen Randrahmen versehen, handgestochene zweifarbige Kapitale, an den Rändern und Ecken gepunzter Goldschnitt, Vorsätze aus hellblau schattiertem Papier.     * Preis: 330,00 €      [ bestellen ]

Das Werk ist dem preußischen Etat-Minister Johann Christoph von Wölner gewidmet. Enthält: Über das Zeitalter der höchsten Aufklärung in Rom; Über die wesentlichen Kennzeichen der vollkommenen Aufklärung bei einem Volke; Über den Zustand der Künste in Rom; Über den Zustand der Religion unter den Römern; Über die Sitten der Römer; Über die römische Erziehung; Von den Lustbarkeiten und Zeitvertreiben der Römer; Über die Gesetzgebung und Gesetze der Römer; Über die Polizei der Römer. Münnich (1755-1836) war Pastor in Hadmersleben und Schriftsteller. Einband an den Kanten leicht berieben, Bezug des Vorderdeckels etwas rissig; gelöschter Stempel auf Titel. Innen von wenigen Fleckchen abgesehen frisch. Schönes, dekoratives Exemplar des sehr seltenen Werkes.
¶ First edition. Contemporary calf-backed boards. Good.
Erste Ausgabe. Nicht bei Hayn/Gotendorf. – Gewicht: 1000g. N° 4848
 

Novalis (i.e. Friedrich von Hardenberg): Schriften. Herausgegeben von Ludwig Tieck und Fr. Schlegel. Dritte Auflage. Erster Theil. [Zweiter Theil.]. Berlin: Realschulbuchhandlung, 1815. Octavo. 171 x 104 mm. I: XXXVIII, 264 Seiten. - II: [4], 291, [1 weiße] Seiten.
Zwei moderne Pappbände bezogen mit hellem Büttenpapier, goldgeprägte mittelbraune Lederrückenschildchen, alter Grünschnitt. Signiert auf hinterem Spiegel unten mit Schildchen: Jacob Kohnert, Berlin.     * Preis: 320,00 €      [ bestellen ]

Mit dem Erstdruck des neuen, biographischen Vorwortes von Tieck zur dritten Auflage in Band I, Ss. XI-XXXVIII, in dem erstmals das Leben des bedeutendsten Dichters der deutschen Romantik beschrieben wird. Enthält neben "Heinrich von Ofterdingen", "Die Lehrlinge zu Sais", "Blütenfragmente" auch die "Hymnen an die Nacht". Teils etwas fleckig bzw. stockfleckig, sonst recht wohlerhaltenes Exemplar.
¶ Third edition. Two vols. Modern boards. Some foxing.
Goedeke VI,51,4 - Hirschberg/Goedeke 196. – Gewicht: 750g. N° 3739
 

Oxenstierna af Croneborg, Johan Turesson (Thuresson) (anonym): Kurtzer Begriff oder Auszüge derer Gedancken Des Grafen J. O. Uber unterschiedliche Materien Wegen seiner Vortrefflichkeit und sonderbaren Moral Aus dem Frantzösischen in das Teutsche übersetzet. Zweyte Auflage. [5 Teile in 1 Band]. Frankfurt und Leipzig: Lochner und Mayer, 1739. Octavto. 163 x 99 mm. [6], 158, 144, 128, 142, 136 Seiten. Titel in rot und schwarz, mit Holzschnittdruckermarke.
Pergamenteinband der Zeit, Schnitt rot gesprenkelt, handgestochene, zweifarbene Kapitale.     * Preis: 280,00 €      [ bestellen ]

Zweite deutsche Ausgabe von Oxenstiernas auf Französisch verfaßten "Recueil de pensées du Comte J. O. sur divers sujets", einer Essai-Sammlung. Enthält u.a.: Von der Einsamkeit, Von der Verleumdung, Von der Cabala, Vom Toback, Von dem Hofleben, Vom Ursprung der königlichen Würde, Von der unmäßigen Fresserey, Von Italien, Von Hispanien, Von dem Königreich Pohlen. Des weiteren Gedanken zu Spiel, Wollust, Faulheit, Ehrgeiz, die Kleidung, Wein, Tanz, Vernunft, Zorn, Lüge, Schmeichelei, Liebe und Freundschaft, Veränderung von allem und jedem, jüdische Geschichte, Atheismus, Eitelkeit, Staatsklugheit, Gesellschaft, Geld, Almosen, Alchemie, Jagd, Deutschland, England, Frankreich, Holland, Italien, und vieles andere mehr. "Pohlen ist das Land allwoh sich Bacchus in Brandwein badet und die Venus mit Zwiebeln ausschmücket", "Ein italianisirter Teutscher ist ein eingefleischter Teuffel".
¶ Johan Thuresson Oxenstierna (1666-1733), ), der "Montaigne des Nordens" (Hoefer) und Neffe des schwedischen Kanzlers Axel Oxenstierna (1583-1654), war ein zu seiner Zeit in ganz Europa bekannter schwedischer Schriftsteller, teils weil er in französischer Sprache schrieb; der Marquis de Sade verfaßte sogar ein Theaterstück über ihn. Seine Studien und Reisen führten ihn durch zahlreiche Länder Europas, seine daraus gezogenen Ansichten und zeitkritischen Einsichten sind eher von Skepsis, Witz und Freidenkertum geprägt. Einband berieben und teils etwas fleckig. Titel mit zwei Bibliothekstempeln und fachmännisch mit altem Papier hinterlegt, Exlibris auf Innendeckel. Innen anfangs bei den ersten vier Blättern ein kleiner Wurmgang im Innenfalz, mehrere Lagen papierbedingt gebräunt, sonst nur leicht gebräunt und wenig fleckig.
¶ Contemporary vellum, rubbed; some browning due to quality of paper, two stamps on title, title leaf skilfully reinforced. Second German edition of Oxenstierna's "Recueil de pensées du Comte J. O. sur divers sujets", a collection of philosophical essays on a wide variety of subjects, including the occult, alchemy, cabala, astrology.
¶ Johan Thuresson Oxenstierna (1666-1733), the nephew of the Swedish chancellor Axel Oxenstierna, was clearly the best-known Swedish writer of the time, presumably partly because he actually wrote in French. His fame was such that the Marquis de Sade even wrote a play about him. In his Essays he gives a witty, occasionally libertine and sceptical insight into the spirit of the time.
Jantz 1936 - Holzmann/Bohatta VI,1962. Cf. Fromm V,19489 (Ausgabe 1755). – Gewicht: 1500g. N° 1899
 

Preußen: Bürgereid, handschriftlich datiert 26. Juli 1791. Frankfurt an der Oder, 1791. Folio. 352 x 206 mm. 2, [1 weiße], [1] Seiten. Mit Papiersiegel auf Seite 2.
Gefaltetes Blatt.     * Preis: 82,00 €      [ bestellen ]

Den Bürgereid leistete ein gewisser Gottfried Gebhard aus Clistow (Cliestow) bei Frankfurt/O. Leichte Gebrauchspuren, kleine Randeinrisse, leicht fleckig.
¶ Oath of a Prussian citizen. Minor traces of use. Scarce.
Selten. – Gewicht: 500g. N° 2864
 

Ramler, Karl Wilhelm: Lyrische Gedichte. Berlin: Christian Friedrich Voß, 1772. Octavo. 154 x 92 mm. [8], 390 Seiten.
Handgefertigter marmorierter Kalbledereinband der Zeit auf fünf echten erhabenen Bünden mit Rückenvergoldung aus Linien und fleuralen Stempeln, neues Rückentitelschildchen im Stil der Zeit; die Deckel mit Randrahmen aus goldgeprägter, ornamentierter Rolle, handgestochene Kapitale, Schnitt blau mit Kleisterfarbe verziert, Vorsätze aus passendem, blau gemustertem Kleisterpapier.     * Preis: 85,00 €      [ bestellen ]

Erste Ausgabe. Enthält: Oden, Oden aus dem Horaz, Musikalische Gedichte und Geistliche Kantaten. Die Oden des Dichters, Übersetzers, und Herausgebers Ramler (1725-1798) waren verbindliches formales Vorbild für viele seiner Zeitgenossen. In den Jahren 1746-1766 veröffentlichte Ramler in Zeitschriften Oden und trat als Übersetzer griechischer Klassiker sowie der Oden des Horaz hervor. Anmerkungen zu Inhalt und Form letzterer (ab S. 237) ergänzen die hier übertragenen poetischen Texte. Oberes Kapital mit kleiner Fehlstelle, Einband an Kanten und Gelenken etwas berieben. Innen bisweilen leicht stockfleckig, wenige Blätter papierbedingt minimal gebräunt, sonst frisch; ein schönes Exemplar.
¶ First edition. Contemporary marbled calf gilt, rubbed, new title-label on spine, inner condition good.
Goedeke3 IV,i,181,35 - Wilpert/Gühring2 42 - Hirschberg/Goedeke 394 - Enslin/Engelmann I,317. Nicht bei Schweiger. – Gewicht: 500g. N° 4842
 

Rebmann, Andreas Georg Friedrich: Empfindsame Reise nach Schilda. Leipzig: "bey Wilhelm Heinsius dem jüngern", 1793. Octavo. 169 x 101 mm. Gestochenes Frontispiz, gestochener Titel, 191, [1] Seiten. Mit vier Kupfern auf den Seiten 23-26, alle von Dornheim nach Schubert.
Original-Broschur aus bläulichem Papier.     * Preis: 1.100,00 €      [ bestellen ]

Erste Ausgabe. "Satire auf politische und gesellschaftliche Verhältnisse. Aktualisierung von Episoden aus dem Lalebuch, damit Anknüpfung an einen ähnlichen Versuch von Johann Gottlob Schulz: 'Die neuen Schildbürger oder Lalenbuch in den Tagen der Aufklärung (...)' Nürnberg 1791" (Kawa). "Die Verfasserschaft Rebmanns ergibt sich aus der 1795 publizierten Satire 'Leben und Taten des jüngern Herrn von Münchhausen, wohlweisen Bürgermeisters zu Schilda', die im Titel als 'Zweiter Teil der Empfindsamen Reise nach Schilda' ausgewiesen ist und für die Rebmann als Verfasser feststeht" (Wolfgang Ritschel in "Georg Friedrich Rebmann. Werke und Briefe", I, p. 636, cf. p. 645). Andreas Georg Friedrich Rebmann (1768-1824), Sohn eines Finanzbeamten, studierte in Erlangen, dann in Jena Rechts- und Staatswissenschaften; nach seiner Promotion war er ab 1789 als Prokurator in Erlangen tätig. Als Verfechter der Prinzipien der Französischen Revolution wie der Menschenrechte entlassen wandte er sich der Publizistik zu und war nach 1792, wiederholt zur Flucht gezwungen, Redakteur und Herausgeber verschiedener politischer Zeitschriften (u.a. "Das neue graue Ungeheuer") in Dresden, Erfurt, Altona und Paris. Nach der Annexion des Rheinlandes durch Frankreich wurde Rebmann 1797 Richter am Kriminalgericht zu Mainz, wo er 1803 den Prozeß gegen Johannes Bückler (Schinderhannes) führte; 1810 wurde er Präsident des kaiserlichen Gerichtshofs zu Trier. Nach dem Sturz Napoleons wurde er in den Justizdienst Pfalzbayerns übernommen und war zuletzt Oberpräsident des Appellationsgerichtshofs in Zweibrücken. Broschur etwas fleckig, Rücken fachmännisch ergänzt, Titel mit schwachem kleinem Wasserrand und Besitzeintrag eines (Grafen) Lynar, innen vereinzelt minimal stockfleckig, sonst wohlerhalten. Seiten 167 bis 170 falsch paginiert. Schönes Exemplar.
¶ First edition. Original wrappers, spine repaired, some foxing.
Goedeke V,547,6,3 - Rümann 905 - Kawa 8 - Borst 699 - Hayn/Gotendorf VI,404. – Gewicht: 2000g. N° 4884
 

Riebe, Johann Christian (anonym): Ueber die Leiden des jungen Werthers. Gespräche. Berlin: "bey George Jacob Decker", 1775. Octavo. 165 x 94 mm. 76 Seiten. Mit Holzschnittzierstücken.
Handgefertigter, schlichter Pappeinband der Zeit, bezogen mit blauem Papier.     * Preis: 190,00 €      [ bestellen ]

Seltene erste Ausgabe; es erschienen Nachdrucke im selben Jahr und 1777, ein Zeugnis für die damalige Beliebtheit des Werkes: Gespräche zwischen Alcimor und Philantropus um das Für und Wider von Werthers Tat, auch über den Selbstmord an sich. Riebe war ein Unteroffizier aus Frankfurt / Oder. Name auf Titel, wenige Seiten mit schwachen Fleckchen, Exemplar auf festerem Papier.
¶ Contemporary boards. Good.
Goedeke3 IV,iii,182,11 - Hirschberg/Goedeke 413 - Holzmann/Bohatta IV,6987. – Gewicht: 500g. N° 3790
 

Rossetti, Dante Gabriel: The Collected Works. Edited with Preface and Notes by William M. Rossetti. In Two Volumes. Volume I. Poems, Prose Tales and Literary Papers. Volume II. Translations, Prose Notices of Fine Art. London: Ellis and Elvey, 1897. Octavo. 187 x 125 mm. I: xlii, [2], 528 Seiten. - II: xl, 521, [1 weiße] Seiten.
Zwei handgebundene schwarz-blaue Original-Maroquinbände mit fünf erhabenen Bünden auf den Rücken, auf zweitem Feld die goldgeprägte Titelei in Versalien, auf drittem die Bandzahl; die anderen jeweils mit einem vergoldeten Muster aus wiederholten kleinen Kreisen, darüberliegend je drei Blumen mit zwei bzw drei Blättern, Stengel und siebenblättriger Blüte. Auf den Deckeln nahe den Gelenken ein großes, längliches, ähnlich gestaltetes Feld mit neun Blumen sowie zwei quadratische nahe den Ecken mit jeweils drei Blumen. Steh- und Innenkantenvergoldung aus jeweils einer Linie, mehrfarbige handgestochene Kapitale, Kopfgoldschnitt. Vorsätze aus hellblauem Papier bedruckt in einem der Dekoration der Deckel entsprechenden Muster.     * Preis: 870,00 €      [ bestellen ]

Die ‚Collected Works' enthalten seit ihrer Erstausgabe zahlreiche, bei W.M. Rossetti Ss. 29-30 aufgeführte Erstdrucke. Auf cremigem Papier in präziser Antiqua-Type gedruckte Ausgabe. Die Einbandgestaltung nach einem Entwurf von D.G. Rossetti, cf. Julian Treuherz & al.: DGR, 2003, p. 222, cat. 161. Einbände mit minimalen Druckspuren bzw. Bereibungen; innen sehr frisch. In der Original-Ganzlederausgabe sehr selten. Sehr schönes, dekoratives Exemplar.
¶ Two vols. Original black morocco, spines and covers richly gilt. The binding was designed by Rossetti. In very fine condition. Scarce.
Rossetti 42 (Ausg. 1886) - Fredeman 23.13. – Gewicht: 3000g. N° 4763
 

Sallust - Abbt, Thomas (Übersetzer): Von der Zusammenrottung des Catilina. Stadthagen: "Gedruckt auf Landesherrliche Kosten, zum Vortheile der Erben des Wohlseel. Herrn Uebersetzers", 1767. Octavo. 163 x 105 mm. Gestochenes Portraitfrontispiz, 151, [1 weiße] Seiten. sowie gestochene Tafel mit dem Epitaph des Übersetzers; Titel in rot und schwarz.
Original-Broschur aus festem mattblauem Bütten, unbeschnitten.     * Preis: 320,00 €      [ bestellen ]

Abbt (1738-1766) war gräflich Schaumburg-Lippischer Hof-Regierungs- und Consistorial-Rath sowie Patronus Scholarum in Bückeburg. In den Jahren 1761 bis 62 wirkte er in Berlin und hatte dort Verbindung zu Nicolai, Ramler, Gleim und Mendelssohn, der ihm seinen "Phädon" widmete.
¶ Geprägt ist die Ideenwelt Abbts u.a. von dem schweizer Arzt und Popularphilosophen Johann Georg Zimmermann (1728-1795), dessen 1758 erschienene Schrift "Von dem Nationalstolze" eine vergleichbare Position wie Abbts "Vom Tode fürs Vaterland" (1760) vertritt. In Halle lernte er die Staatsphilosophie Christian Freiherr von Wolffs kennen. Im Mittelpunkt von Abbts politischem Denken steht das Verhältnis von Bürger und Staat in einer aufgeklärten Monarchie, das von politischer Tugend geprägt ist. Johann Gottfried Herder (1744-1803), sein Nachfolger in Bückeburg, wurde von Abbts 'pragmatischem Gebrauch der Historie' beeinflußt. Vgl. Kosch: Literatur3 I,1. Das gestochene Frontispiz von Franz Nikolaus Rolffsen (1719-1802; vgl. Thieme/B. XXVIII,534) aus Hamburg nach G.F. Hänsch zeigt den Übersetzer wenige Monate vor seinem Tode.
¶ Die Übertragung fand so großen Anklang, daß sie gleichen Jahres in Frankfurt sowie 1770 in Lemgo nachgedruckt wurde. Titel mit kleinem Eckabriß unten, sonst nur wenig fleckig, bisweilen die äußersten Ränder leicht angestaubt. Selten.
¶ First edition. Original boards. Good.
Erste Ausgabe. Schweiger II,ii,894 - Goedeke3 IV,i,496,5 - Hirschberg/Goedeke 15. – Gewicht: 500g. N° 4568
 

Sander, Heinrich: Von der Güte und Weisheit Gottes in der Natur. Neue verbesserte Auflage. Frankfurt und Leipzig, 1782. Octavo. 170 x 105 mm. [16], 348, [8] Seiten. Titel mit gestochener Vignette.
Handgefertigter Halbledereinband der Zeit auf fünf echten, erhabenen Bünden, der Rücken mit Kalbleder bezogen und auf den Feldern mit fleuraler Vergoldung versehen, goldgeprägtes Titelschildchen auf zweitem Feld. Deckel mit Kiebitzpapier bezogen, Rotschnitt.     * Preis: 155,00 €      [ bestellen ]

Heinrich Sander (1754-1782) studierte Theologie in Tübingen und Ökonomie in Göttingen; er wurde 1775 Professor der Naturgeschichte und Beredsamkeit am Gymnasio illustri in Karlsruhe und war Ehrenmitglied der Berlinischen Gesellschaft Naturforschender Freunde. Er unternahm mehrere Reisen, auf denen er die Bekanntschaft Klopstocks, Wielands, Goethes, Lessings u.a. machte. Neben volksaufklärerischen und philosophisch-wissenschaftlichen Schriften verfaßte er auch Werke zur Theologie und seine bekannten Reiseberichte.
¶ Vorliegende, dem Markgrafen zu Baaden gewidmete Schrift beschreibt das göttliche Wirken in der Natur: Über die Unermesslichkeit der Schöpfung; Die Natur thut alles durch Verknüpfungen; Die Regierung Gottes muss das Kleinste in der Natur, wie das Grösste umfassen; Vom allgemeinen Zusammenhang in der Natur; Unendlicher Reichthum der Natur; Austheilung der Naturprodukte; Weisheit und Güte Gottes in der Anlage verschiedener Länder; Sorgfalt der Natur für kalte Länder; Wichtigkeiten vieler kleiner Dinge in der Natur; Mannigfaltigkeit der Natur in allen ihren Werken; Staudengewächse; Über die Insekten; Über das Gift in der Natur. Einband stellenweise berieben, Ecken leicht bestoßen, Titel leicht fleckig, sonst nur vereinzelt fleckig.
¶ Second edition. Contemporary leather-backed boards.
Zweite Auflage. – Gewicht: 500g. N° 4769
 

Schiller, Johann Christoph Friedrich von: Theater von Schiller. Erster Band. [Dabei: Zweiter Band; Dritter Band, Vierter Band, Fünfter Band; insgesamt fünf Bände, komplett.]. Tübingen: J.G. Cotta'sche Buchhandlung, 1805-1807. Octavo. 197 x 117 mm. I: Gestochenes Portrait der Johanna d'Arc, [3], [1 weiße], 550 Seiten. - II: Gestochenes Portrait des Fiesko, [1], [1 weiße], 651, [1 weiße] Seiten. - III: Gestochenes Portrait des Wallenstein, [1], [1 weiße], 604 Seiten. - IV: Gestochenes Portrait der Maria Stuart, [1], [1 weiße], 604 Seiten. - V: Gestochenes Portrait des Verfassers, [3], [1 weiße], 420 Seiten.
Einheitliche handgefertigte Halblederbände der Zeit mit Rücken und Ecken aus naturbraunem Kalbleder, die Rücken mit Feletenvergoldung sowie schwarzgründigen, goldgeprägten Rückenschildern auf jeweils zweitem Feld und auf viertem die Bandzahl. Schnitte gelb eingefärbt.     * Preis: 680,00 €      [ bestellen ]

Die bessere Ausgabe auf Schreibpapier mit den fünf Kupfern von Ludwig Friedrich Autenrieth (cf. Thieme/Becker II,262) nach Ferdinand Jagemann (cf.Thieme/Becker XVIII,338-339) u.a., siehe Enslin/Engelmann. Enthält: Die Huldigung der Künste; Don Karlos; Die Jungfrau von Orleans; Die Räuber; Die Verschwörung des Fiesko; Kabale und Liebe; Der Parasit; Wallenstein; Die Braut von Messina; Maria Stuart; Macbeth; Turandot; Iphigenie in Aulis; Wilhelm Tell; Phädra; Der Neffe als Onkel; Der Menschenfeind; Semele. Einbände teils leicht bestoßen und berieben, Vorsätze fachmännisch mit passendem Papier erneuert; Titel verso mit dezentem Besitzerstempel; innen gelegentlich leicht stockfleckig, sonst gut. Schönes, dekoratives Exemplar.
¶ First edition. Five volumes, complete. Contemporary calf-backed baords, spines gilt. New endpapers, occasional foxing, else good.
Erste Ausgabe. Goedeke V,151,2 - Hirschberg/Goedeke 444 - Enslin/Engelmann I,356. – Gewicht: 2000g. N° 2713
 

Schiller, Johann Christoph Friedrich von (Herausgeber): Musen-Almanach für das Jahr 1799. herausgeben von Schiller. Tübingen: J.G. Cottaische Buchhandlung, [1798]. Duodecimo. 153 x 94 mm. Gestochenes Frontispiz in Sepia von H. Guttenberg nach H. Meyer, 247, [1] (Verlagsanzeigen), [4] (Inhaltsverzeichnis) Seiten.
Bedruckte gelbe Originalbroschur mit Illustration nach Heinrich Meyer; innen mit blau bedrucktem Buntpapier bezogen.     * Preis: 500,00 €      [ bestellen ]

Mit zahlreichen Erstdrucken, u.a. Schiller: Das Glück, Die Bürgschaft, Des Mädchens Klage, Der Kampf mit dem Drachen, Bürgerlied, u.a. - Goethe: Die Metamorphose der Pflanzen, Amyntas, Euphrosine, Die Musageten, Das Blümlein Wunderschön, Sängerwürde, u.a. - Friedrich Hölderlin: Sokrates und Alcibiades, An unsere Dichter. - Weitere Beiträge von Friedrich von Matthisson, Sophie Mereau, August Wilhelm Schlegel, Ludwig Tieck, Conz und anderen.
¶ "Ihre höchste Ausprägung fand diese Buchform freilich unter der Ägide Schillers. Sein ‚Musen-Almanach', in fünf Jahrgängen für die Jahre 1796-1800 erschienen, stellt das berühmteste Beispiel dieser Gattung dar" (Hauswedell/Voigt I,182). Exemplar ohne das Kalendarium. Einband außen stärker nachgedunkelt. Leichte Gebrauchspuren. Innen von gelegentlichen Stockfleckchen abgesehen wohlerhalten.
¶ First edition. Original printed wrappers. Wrappers darkened, else good.
Erste Ausgabe. Goedeke V,207,5 - Marcuse 166 - Hagen 613 - Hirzel A 213 - Meyer 567 - Kippenberg I,555 - Borst 845 - Hauswedell/Voigt II,248 (Abbildung) - Seebaß 22. – Gewicht: 750g. N° 2715
 

Schiller, Johann Christoph Friedrich von (Herausgeber): Musen-Almanach für das Jahr 1800. herausgeben von Schiller. Tübingen: J.G. Cotta'sche Buchhandlung, [1799]. Duodecimo. 150 x 95 mm. [1] (Titel), [1 weiße], [12] (Kalendarium), 264, [2] (Inhaltsverzeichnis), VIII (Lafontaines Damenkalender) Seiten. Fünf Kupfer von Boettger nach Heinrich Meyer (genannt Goethe-Meyer, cf. Thieme/Becker XXIV,476-477) zu den Seiten 1, 44, 72, 100, und 150.
Bedruckte hellgraue Originalbroschur mit Illustration nach H. Meyer; innen mit roséfarbenem Papier bezogen.     * Preis: 310,00 €      [ bestellen ]

Letzter Jahrgang des bedeutendsten Musenalmanaches seiner Zeit, mit zahlreichen Erstdrucken, u.a. Anna Amalie von Imhof (i.e. Anna Amalie von Helvig): Die Schwestern von Lesbos. - Schiller: Spruch des Konfucius, Die Erwartung, Lied von der Glocke. - Kosegarten: Alexanders Fest. - Herder: Die sieben Wünsche, Die Erscheinung, Vereinigung des Schönen, Unter der Rose, Amor und Psyche u.a. - Knebel: Die Stunden. - Matthisson: Die neuen Argonauten.
¶ "Ihre höchste Ausprägung fand diese Buchform freilich unter der Ägide Schillers. Sein ‚Musen-Almanach', in fünf Jahrgängen für die Jahre 1796-1800 erschienen, stellt das berühmteste Beispiel dieser Gattung dar" (Hauswedell/Voigt I,182). Einband hinten leicht berieben, sonst wohlerhalten. Innen frisch, die Kupfer in guten, kontrastreichen Abdrucken.
¶ First edition. Original printed wrappers. Wrappers slightly rubbed in places, else near fine.
Erste Ausgabe. Goedeke V,208,6 - Lanckoronska/Rümann 34. Zu Helvig, geb. Imhof, cf. Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon3 VII,861 & Goedeke V,452,23,1. – Gewicht: 750g. N° 5373
 

Schiller, Johann Christoph Friedrich von (Herausgeber): Die Horen eine Monatsschrift herausgegeben von Schiller. Dritter Band. [Siebentes Stück bis Neuntes Stück]. Tübingen: J.G. Cotta'sche Buchhandlung, 1795. Octavo. 198 x 118 mm. [1] (Titel zum 3. Band), [1 weiße] Seite. - VII: [3], [1 weiße], 85, [1 weiße], [6] (Verlagsanzeigen) Seiten, [1] mehrfach gefaltetes Blatt Notenbeilage. - VIII: [3], [1 weiße], 102, [6] (Verlagsanzeigen), [1] (Druckfehler), [1 weiße] Seiten. - IX: [3], [1 weiße], 136, [16] (Verlagsanzeigen) Seiten.
Handgefertigter, schlichter mittelgrauer Pappband der Zeit mit handgeschriebenem Rückenschildchen.     * Preis: 210,00 €      [ bestellen ]

Enthält: 7. Stück: I Die Idee der Gerechtigkeit als Princip einer Gesetzgebung betrachtet. (J.B. Erhard); II Dante's Hölle. (A.W. Schlegel); III Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten. (Goethe); IV Die Dichtkunst. (J.H. Voss); V Der Dorfkirchhof. (K.L. Woltmann); VI Lethe. (K.L. Woltmann); VII Saladin und der Sklave. (G.K. Pfeffel).
¶ 8. Stück: I Zufällige Ergießung eines einsamen Denkers in Briefen an vertraute Freunde. (F.H. Jacobi); II Ugolino und Ruggieri. (A.W. Schlegel); III Über die Idee der Alten vom Schicksal. (K.H. Gros); IV Über griechische und gothische Baukunst. (L. Ben David).
¶ 9. Stück: I Das Reich der Schatten. (Schiller); II Beyträge zur Geschichte der neuern bildenden Kunst. (J.H. Meyer); III Auf die Geburt des Apollo. (Goethe); IV Schwarzburg. (S. Mereau); V Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten. (Goethe); VI Homer, ein Günstling der Zeit. (Herder); VII Natur und Schule. (Schiller); VIII Das verschleierte Bild zu Sais. (Schiller); IX Von den nothwendigen Grenzen des Schönen besonders im Vortrag philosophischer Wahrheiten. (Schiller); X Der philosophische Egoist. (Schiller); XI Die Antike an einen Wanderer aus Norden. (Schiller); XII Deutsche Treue. (Schiller); XIII Weißheit und Klugheit. (Schiller); XIV An einen Weltverbesserer. (Schiller); XV Das Höchste. (Schiller); XVI Ilias. (Schiller); XVII Unsterblichkeit. (Schiller). Einbandecken minimal bestoßen; innen wie stets teils papierbedingt etwas gebräunt, sonst gut. Exemplar aus dem Cotta'schen Verlagsarchiv mit dessen rundem Stempel auf dem vorderen fliegenden Vorsatz recto sowie dessen handschriftlichem Dubletten-Vermerk sowie Ausgeschieden-Stempel.
¶ First edition. Contemporary boards. Fine.
Erste Ausgabe. Goedeke V,193-194 - Hirschberg/Goedeke 444 - Diesch 1242. Zu den enthaltenen Goethe-Erstdrucken: Hagen 600. – Gewicht: 750g. N° 2711
 

Stöber, August: Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift. Auf der Rückseite einspaltig in schwarzbrauner Tinte beschriftet, die Unterschrift in Bleistift. Recto die eigenhändige Adresse, ebenfalls in schwarzbrauner Tinte. Mühlhausen im Elsaß, 25. [?] Juni, 1882. 92 x 139 mm.
Loses Kartonblatt, beidseitig beschriftet.     * Preis: 180,00 €      [ bestellen ]

An den Museumsdirektor, Regierungsrat und Schriftsteller August Schricker (1838-1912), der bayrischer Geistlicher, Redakteur der "Schwäbischen Volkszeitung" sowie Herausgeber der "Kriegszeitung" war und die "Sonntagsblätter der deutschen Partei" gründete, in seiner Eigenschaft als Kanzler der Kaiser-Wilhelm-Universität zu Straßburg: "Auf die Gefahr hin, dass Sie nachfolgende Notiz schon | kennen, beeile ich mich Sie hiemit abzuschreiben: ‚Der Sundgau umfasste noch die jetzt basellandschaft-|lichen Doerfer Reinach, Aesch, sowie das Laimenthal [...]'".
¶ Daniel August Ehrenfried Stöber (1808-1884), elsäßischer Dichter, Volkskundler und Literarhistoriker, der u.a. mit Georg Büchner befreundet war. "Das Haus der Stöbers, ‚Zum Drescher' am Alten Weinmarkt, stand oppositionellen Schriftstellern wie z.B. Harro Harring [1797-1870] und aus Deutschland geflüchteten Revolutionären, u.a. Theodor Schuster [1808-1860] und Georg Fein [1803-1869] freundschaftlich offen. Auch die studentische Vereinigung ‚Eugenia', an deren Veranstaltungen Büchner als Gast teilnahm, tagte hier" (Henri Poschmann, in: Georg Büchner. Schriften, Briefe, Dokumente. Band II, S. 1072). Stöber unterhielt Kontakte zu Wilhelm Wackernagel in Basel, zur schwäbischen Dichterschule, traf mit Ludwig Uhland, Gustav Schwab und den Brüdern Grimm zusammen; er stand mit Jakob Grimm in regem Briefwechsel und lieferte zahlreiche Beiträge für das Wörterbuch. Bis zu seinem Tode war Stöber Vorstand des Museums der Industriellen Gesellschaft und Stadtbibliothekar zu Mühlhausen. Cf. ADB XXXVI,267-270.
¶ "Er sah seine Lebensaufgabe darin, das altelsässische Wesen, welches seit Napoleon's III. Regierung doppelt schwer durch die französische Sprache und Sitte bedrängt war, zu erhalten und namentlich litterarisch festzustellen" (ADB XXXVI, 268). Senkrechter Mittelfalz, sonst gut.
¶ Autograph postcard.
Autograph. – Gewicht: 500g. N° 1172
 

Villaume, Peter (anonym): Was ist Gewissensfreyheit? Und wie weit erstreckt sich die Macht des Monarchens in Religionssachen? Eine Antwort auf die Freymüthige Betrachtung über das Edict von 9. Julius 1788. die Religionsverfassung in den Preußischen Staaten betreffend. Von einem auswärtigen Wahrheitsfreunde. Beroe [i.e. Berlin], [1788]. Octavo. 166 x 95 mm. 68 Seiten.
Broschur der Zeit aus mattgelbem Papier.     * Preis: 170,00 €      [ bestellen ]

Die Zuschreibung an Villaume und weitere Mitverfasser ist nicht endgültig geklärt.
¶ Wenige Tage nach seinem Amtsantritt am 3. Juli 1788 erließ der preußische wirkliche Geheime Staatsrat und Justizminister, Mitglied der Rosenkreuzer-Loge "Friedrich zum goldenen Löwen", Feind des Illuminaten-Ordens, und ab 1791 National-Großmeister der preußischen Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln", Johann Christoph Freiherr von Wöllner (1732-1800) am 9. Juli 1788 durch königliche Kabinettsordre das "Edict, die Religions-Verfassung in den preußischen Staaten betreffend". Darin wurden Liturgie, Predigt und Unterricht an die Bekenntnisschriften gebunden. Es folgte wenige Wochen später am 19. Dezember 1788 ein "Erneuertes Censur-Edict für die Preußischen Staaten exclusive Schlesien", in dem die Pressefreiheit beschränkt wurde. Die Einrichtung der "Königlichen Examinations-Commission in geistlichen Sachen" (14. Mai 1791), in der die Rosenkreuzer Hermann Daniel Hermes (1731-1807), Gottlob Friedrich Hillmer (1756-1835) und Theodor Carl Georg Woltersdorff (1727-1806) gewichtige Stimmen hatten, als geistliche Prüfungs- und Aufsichtsbehörde scheiterte an der Verteidigung der akademischen Freiheit aber auch am öffentlichen Unwillen. (Bautz XXVII,1549-1566; RGG3 VI,1789-1790; Lennhoff/Posner 1720-1721)
¶ Vorliegende Schrift verteidigt das Wöllnersche Edikt gegen kirchliche Einwände: "Gewissensfreyheit ist das jedem Menschen zustehende Recht, ohne allen Zwang, bloß nach eigner Ueberzeugung, die Mittel zum Heil seiner Seele zu prüfen und zu wählen" (Seite 14). Die Gewalt des Monarchen kann über das Gewissen des einzelnen Menschen nicht gebieten, doch muß er, um den Staat funktionsfähig zu halten, in Religionssachen eingreifen können. Umschlag angestaubt, innen papierbedingt leicht stockfleckig. Sehr selten.
¶ First edition. Contemporary wrappers, same foxing. Scarce.
Erste und einzige Ausgabe. Nicht bei Holzmann/Bohatta. – Gewicht: 750g. N° 2418
 

Winckelmann, Johann Joachim (anonym): Versuch einer Allegorie, besonders für die Kunst. Der Königlichen Groß-Britannischen Gesellschaft der Wissenschaften auf der berühmten Universität zu Göttingen zugeeignet. Dresden: "In der Waltherischen Hof-Buchhandlung", 1766. Quarto. 253 x 199 mm. X, 158, [12] (Register) Seiten.
Halblederband der Zeit auf sechs Bünden, der Rücken und die Ecken aus naturfarbenem Kalbleder, die Rückenfelder reich fleural vergoldet, auf zweitem die Titelei auf rotem Schildchen. Rotschnitt.     * Preis: 480,00 €      [ bestellen ]

Enthält: Von der Allegorie überhaupt; Von der Allegorie der Götter; Von bestimmten Allegorien, vornehmlich allgemeiner Begriffe; Von Allegorien, die von Begebenheiten und von Eigenschaften und Früchten der Länder genommen sind; Von Allegorien der Benennung der Sachen und Personen; Von Allegorien in der Farbe, in der Materie an Geräthen und an Gebäuden; Von zweifelhaften Allegorien; Von erzwungenen und ungegründeten Erklärungen der Allegorien; Von verlohrnen Allegorien; Von einigen guten und brauchbaren Allegorien der Neueren; Versuch neuer Allegorien; Erstes Register der verbesserten und erklärten Stellen alter und neuer Scribenten; Zweytes Register, der merkwürdigen Sachen; Drittes Register, der angeführten Denkmale alter und neuer Kunst.
¶ Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) gewinnt den Zugang zu Allegorie und Symbol, die er noch nicht im heutigen Sinne scheidet, durch die Kunst: "Die Allegorie ist, im weitläufigsten Verstande genommen, eine Andeutung der Begriffe durch Bilder, und also eine allgemeine Sprache, vornehmlich der Künstler, für welche ich schreibe: Denn da die Kunst, und vornehmlich die Mahlerey eine stumme Dichtkunst ist, wie Simonides sagt, so soll dieselbe erdichtete Bilder haben, das ist, sie soll die Gedanken persönlich machen in Figuren" (Seite 2). Einband berieben, teils beschabt, Ecken bestoßen, kleiner Einriß am Vordergelenk oben. Name auf Titel, Titel und fünf weitere Seiten mit Stempel einer Familienbibliothek, fünf Blätter mit restauriertem Randeinriß. Zwei Blätter gebräunt, sonst nur minmal gebräunt; breitrandig. Von einiger Seltenheit.
¶ First edition. Contemporary calf-backed boards, spine richly gitl in compartments. Binding rubbed, small defect to upper joint. Slightly browned, two leaves browned, else good. Ex-library. Scarce.
Erste Ausgabe. Ruppert p. 17 - Graesse VII,461 Anm. - Holzmann/Bohatta IV,9269. – Gewicht: 1500g. N° 2530
 


 
 
 
 

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