![]() |
Antiquariat Rainer Friedrich Meyer |
| Impressum · AGB · Suche · Sachgebiete · Schlagwörter · Buchgalerie · Verlag · Aktuelles | |
| Buchwörterbuch
· → Schrift
und
Schriftgröße
wählen
· → zurück
zur
vorhergehenden Seite „An alethiometer.
– There was no point in asking what that meant. It lay
heavily in her hands, the crystal face gleaming, the brass body
exquisitely machined. It was very like a clock, or a compass, for there
were hands pointing to places around the dial, but instead of the hours
or the points of the compass there were several little pictures, each
of them painted with extraordinary precision, as if on ivory with the
finest and slenderest sable brush.“
Philip Pullman: „His Dark Materials“, vol. I: „Northern Lights“ Buchwörterbuch Auflage – in einem Durchgang beim Drucker gedruckte Menge von Büchern eines Titels, die jedoch nicht unbedingt auf einen Schlag beim Buchbinder zum fertigen Buch weiterverarbeitet werden muß; aus Kostengründen kann dies in Teilmengen geschehen, was bisweilen zu Einbandvarianten führt. Die Auflagenhöhe mag vom Verleger auf relativ wenige Exemplare begrenzt werden, dann spricht man von limitierter Auflage; noch besser ist es, wenn diese wenigen Exemplare vom Verfasser oder Künstler signiert und numeriert werden. Siehe auch Editio princeps und Erste Ausgabe. Auktionator – “The man who proclaims with a hammer that he has picked a pocket with his tongue” (Ambrose Bierce). Dem muß ich doch wohl nichts hinzufügen. Bibliographien & Personalbibliographien – Warum bibliographiert man ein Buch, es liegt doch vor einem? Die bibliographischen Angaben bei der Buchbeschreibung dünken dem unbescholtenen Leser wie Fachchinesisch oder schlimmer, wie magische Formeln, gedacht, den potentiellen Käufer zu umgarnen. Wie aber wollen wir wissen, ob das angebotene Werk vollständig ist – oder im entgegengesetzten Fall, daß dieser Band der einzige ist, der erschien? Wie will man dem Buch entnehmen, ob es sich wirklich um die Erstausgabe – oder noch schwieriger: um die Editio princeps handelt? Die optimale Bibliographie gibt zu all dem Auskunft, und ihre Einträge beruhen auf Autopsie vorhandener, vollständiger Exemplare. Da kaum eine von Menschen verfaßte Bibliographie alle diese Ansprüche erfüllen kann, benutzt der vorsichtige Antiquar mehrere, notiert eventuelle Widersprüche sowie Ungewißheiten und schließt sich, wenn nicht das vorliegende Exemplar des Werkes Widerstand leistet, der mehrheitlichen Meinung an. Ich bevorzuge eine gewisse Reihenfolge der Einträge: existiert eine Personalbibliographie zum Autor, dann nenne ich diese an erster Stelle, darauf folgen die sachbezogenen Bibliographien, dann die allgemeineren. Die Bibliographien und Personalbibliographien bilden zusammmen mit einem Grundstock an Sekundärwerken zu Sachgebieten und allgemeinen Nachschlagewerken die Handbibliothek des Antiquars. Buchfluch – wenig nette Drohung auf dem Vorsatz, in der Vorrede oder im Kolophon an alle diejenigen, die Bücher entwenden, geliehene nicht zurückgeben oder Buchseiten verunstalten: „Wer diese Tafel bricht oder sie ins Wasser legt oder auf ihr herumschabt, bis man sie nicht mehr entziffern und verstehen kann, den mögen Assur, Sin, Shamash, Adad und Ishtar von Bit Kidmurri, die Götter des Himmels und der Erde und die Götter Assyriens mit einem Fluch strafen, der nicht mehr getilgt werden kann, schrecklich und gnadenlos, solange er lebt, und sein Name, seine Nachkommen sollen vom Land hinweggefegt und sein Fleisch den Hunden zum Frass vorgeworfen werden!“ (Aus: W. Hoepfner: „Antike Bibliotheken”). So ließ es bereits Assurbanipal in eine Tontafel drücken. Nicht nur die Antike, auch das christliche Mittelalter war an Buchflüchen reich. Bünde – am sichtbarsten als erhabene Bünde auf dem Buchrücken; handelt es sich um echte Bünde, ist der Buchblock, sind also die einzelnen Lagen direkt mit dem Heftfaden an diese Bünde geheftet. Der Heftfaden tritt oben oder unten in die Lage ein, in der Höhe des Bundes aus, umfährt ihn und tritt wieder in die Lage ein; dies wiederholt sich für jede Lage so oft, wie Bünde vorhanden sind. Ausnahmen sind Heftmethoden, die zwei Lagen zugleich heften oder Bünde übergehen. Bei den ältesten europäischen Büchern, Manuscriptcodices und Inkunabeln, wurden die Bünde meist aufwendig in den hölzernen Deckeln verankert, teils mehrmals durch in die Deckel aus Buchenholz gebohrten Löcher gezogen und schließlich mit einem von innen nach außen getriebenen Holznagel befestigt. Später zog man die Bünde ebenfalls mehrfach durch die Pappdeckel, schnitt sie dann aber ab oder fächerte die Hanffäden des Bundes auf, so daß er kaum mehr auftrug. Noch später, im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert wurden sie meist aufgefächert und glattgestrichen zwischen Deckel und Vorsatz verklebt. Bünde, unechte – den Potemkinschen Dörfern verwandt, werden verwendet, um den Anschein der echten Bünde zu erwecken, bestehen aber aus Pappstreifen, die auf den Rücken geklebt und mit dem Leder überzogen wurden. Der Buchblock selbst ist dann meist auf eingesägte Bünde geheftet. Büttenpapier, handgeschöpftes – Die chinesische Methode der Papierherstellung gelangte Mitte des achten Jahrhunderts nach Samarkand, doch verbreitete sich die Technik nur langsam, im zehnten Jahrhundert bis nach Kairo, um 1100 bis nach Fez in Marokko. Um 1260 begann man, im christlichen Spanien Papier herzustellen; vom maurischen Landesteil gelangte die Fertigkeit nach Italien; doch die erste Papiermühle in Deutschland ist jene von Ulman Stromer 1390 vor den Toren Nürnbergs errichtete. Durch Wasser angetriebene Räder setzten das Stampfwerk in Gang, in dem die Leinenlumpen mazeriert wurden; die zerkleinerten, in Wasser aufgeschwemmten Fasern wurden schließlich mittels der Bütte, eines flachen Holzrahmens mit einem Drahtsieb, geschöpft, durch Pressen, Gautschen, entwässert und danach getrocknet. Geleimt wurde das Papier meist erst nach dem Bedrucken. Das Wasserzeichen entstand durch ein auf dem Sieb der Bütte angebrachtes Drahtmuster. Um 1700 wurde zuerst in Holland das Stampfwerk durch den „Holländer“, das Stampfen durch Walzen ersetzt. Die Bütte wurde nach 1800 von der Langsiebmaschine abgelöst, deren Papier nicht mehr die typische Struktur des Büttensiebes ausfweist, sondern eher glatt ist. Darauf folgte, die Vielzahl der Bücher und die gestiegenen Auflagen waren schuld, ein Niedergang durch Erfindung des Holzschliffes und Verwendung säurehaltiger Substanzen; kurzlebiges, sich durch chemische Prozesse bräunendes und in sich zerfallendes Papier waren die Folge. Die Ende des neunzehnten Jahrhunderts in England aufgekommende Tradition der Handpressen verwandte wieder das dauerhafte, herkömmliche Hadernpapier; Morris und Cobden-Sanderson bezogen ihres von Joseph Batchelor & Son in Kent; die Bremer Presse verwandte Van Gelder Bütten, ebenso die Rupprecht Presse bei einem Teil ihrer Werke. Duodecimo – 12°, 12mo, Duodez, auf seinen beiden Seiten finden sich 24 Druckseiten vereint, der Bogen wird zerschnitten in einen größeren Teil, der einem Oktav entspricht und ebenso gefaltet und einen kleineren, der diesem eingelegt wird, dies beides ergibt die Lage. Die Laufrichtung liegt quer zu Höhe des Buches. Als reine Größenangabe bezeichnet der Begriff Bücher mit einer Blatthöhe bis 15 cm. Editio princeps – der Text erblickt zum ersten Male in gedruckter Form das Licht der Welt. Der Begriff hat durchaus etwas Feierliches, besonders bei den Ausgaben antiker Klassiker, deren Texte lange Zeit verderbt oder sogar verschollen waren: ein Stück unseres Wissens ist wiederentdeckt. Erste Ausgabe – der Begriff ist etwas weiter gefaßt als „Editio princeps“ und mag auch die Erstausgabe in einer Sprache, also die Erstveröffentlichung einer Übersetzung, oder die Erstausgabe einer wesentlichen Textbearbeitung oder -zusammenstellung beinhalten. Exlibris – meist auf den Spiegel, seltener auf einen fliegenden Vorsatz montierter Besitzvermerk („aus den Büchern von ...“) mit dem Namen oder Wappen des Besitzers, dann Wappenexlibris. Im neunzehnten und besonders im zwanzigsten Jahrhundert lassen sich schöne, künstlerisch gestaltete Exlibris finden, die allein deshalb des Sammelns würdig sind. Falz – vieles wird Falz benannt, meist ist aber der innerste Teil des Blattes gemeint, dort, wo es gefaltet, gefalzt wurde, zum Beispiel mit dem Falzbein. Den Einband betreffend ist es angemessener von Gelenk zu sprechen. Folio – 2°, das einmal gefaltete Blatt des in der Bütte geschöpften Papieres. Zu einer Lage wurden meist mehrere der Blätter ineinandergelegt. Als reine Größenangabe bezeichnet der Begriff Bücher mit einer Blatthöhe von 35-45 cm oder mehr, dann Großfolio, Elephantenfolio und ähnlich benannt. Formate – siehe unter Folio, Quarto, Octavo, Duodecimo, Sedecimo. Frontispiz – gestochene Zierseite am Buchanfang vor dem Titel, meist diesem gegenüber. Auch andere Druckverfahren als Stich oder Radierung kommen vor. Graphische Techniken – siehe Holzschnitt, Kupferstich, Lithographie. Holzschnitt – ist ein Reliefschnitt, der druckende, erhabene, also vom Schneidemesser oder Stichel ausgesparte Teil des Langholzes wird eingefärbt. Da der Buchdruck ebenfalls ein Hochdruckverfahren ist, kann der Holzblock dem Schriftbild einfach eingepaßt werden und die Seite in einem Vorgang gedruckt. Detailreicher ist der im 18. Jahrhundert entstandene Holzstich, der Stirnholz verwendet, das wesentlich härter als das Langholz ist, dadurch feinere Linien und höhere Auflagen zuläßt. Der Holzschnitt ist die älteste der graphischen Techniken, künstlerische Drucke auf Papier lassen sich im europäischen Raum ab etwa 1400 nachweisen, aber bereits die Babylonier preßten Holzstempel in Ton. Initiale – leitet den Text ein und ist in den Handschriften nicht nur größer als die Brotschrift und in einer anderen Farbe, meist rot oder blau, sondern teils ornamentiert und vergoldet sowie im weißen Rand mit Rankenwerk verziert; in den frühen Drucken ist als Initiale meist ein kleiner Holzschnitt verwandt, der durchaus figürliche Darstellungen enthalten und künstlerischen Rang besitzen mag. Kapitale, handgestochene – kommen nur bei handgebundenen Büchern vor. Mit einem oder mehreren farbigen Seidenfäden werden ein oder mehrere runde Schnüre oder flache Streifen, z.B. Pergaments, umstochen, wobei sich unten, am Schnitt des Buches kleine Knötchen ergeben. Das handgestochene Kapital kann spiegelsymmetrisch zu seiner Mitte gestaltet sein. Die Methoden des Umstechens sind zahlreich. Bei Handschriften und Inkunabeln mag das Kapital direkt um einen Bund gestochen sein, der dann wie die anderen Bünde in den beiden Buchdeckeln verankert worden ist. Katalog – mehr oder wenige regelmäßig erscheinende Zusammenstellung von Beschreibungen und bisweilen auch Abbildungen von mehr oder weniger vielen Büchern, die altertümlich per Post versandt wird – und daher mit dem Eintreffen beim Kunden fast immer überholt ist, da die durch Titelaufnehmen, Gestalten, Drucken, Binden und endliches Versenden entstandene Vorlaufzeit durchaus einige Wochen betragen mag. Der Kunde sollte einkalkulieren, daß er bei einem gedruckten Katalog den Aufwand der Druckerei und der Buchbinderei mitbezahlen darf. Meine Listen werden als Serienbrief auf einem Laserdrucker hier bei mir doppelseitig ausgedruckt, die Kosten fallen daher nicht ins Gewicht; zugleich erscheinen sie als Angebot auf meiner Seite. Die Herstellung sowohl meiner ausgedruckten wie der ins Netz gestellten Versionen ist durch Formatvorlagen und Makros (kleine Programme) automatisiert, so daß praktisch kein nennenswerter Vorlauf aufkommt. Jedoch kann das Sammeln alter Kataloge großes Vergnügen bereiten, indem man erfährt, was die Bibliophilen und Buchabhängigen früherer Tage bei sich im Hause stehen hatten, meist Werke, von denen man heute nur noch träumen kann – aber dies Träumen ist ein Teil der Sammellust: wenn ich nicht ahnte, was alles noch auf mich wartet, wohin sollte sich dann mein bibliophiles Leben ausrichten? Kollation – kollationieren; der Bibliothekar ebenso wie der Antiquar sollte jedes erhaltene Buch auf seine Vollständigkeit prüfen, indem er es Blatt für Blatt durchsieht. Dabei ergibt sich im allgemeinen, daß ein Buch aus ungezählten, also nicht numerierten, sowie gezählten, also numerierten Seiten oder Blättern besteht, dies wird notiert und der Buchbeschreibung beigefügt. Ich notiere ungezählte, also nicht mit einer Paginierung versehene Seiten beziehungsweise nicht mit einer Foliierung versehene Blätter in eckigen Klammern. Siehe auch Lagensignaturen. Kolophon – die Schlußschrift mit Nennung von Schreib- bzw. Druckort und -zeit sowie dem Namen des Schreibers bzw. Druckers oder Verlegers. In Handschriften und Inkunabeln bisweilen mit religiösen Floskeln versehen, in Drucken mit dem holzgeschnittenen Signet des Druckers bzw. Verlegers; hier findet sich dann zum Beispiel der berühmte Aldus-Anker mit dem Delphin, der schon den Titel ziert, wiederholt oder ist eine der schönen, reich ornamentierten Druckermarken William Morris' eingedruckt. Kupferstich – ein Tiefdruckverfahren, das wohl erstmals um 1430 angewandt wurde, aus dem Waffen- und Goldschmiedehandwerk stammt und vom Buchdruck unabhängig blieb, da die Kupferillustration im Buchhochdruck des Textes entweder einen zweiten Druckvorgang oder das Einkleben der fertigen Kupfer erfordert. Die Zeichnung wird seitenverkehrt direkt in die geglättete Kupferplatte eingegraben oder in die mit dem Ätzgrund, einer Mischung aus Wachs, Harz, Asphalt und Mastix, überzogene Platte geritzt, dann geätzt. Die Druckfarbe wird in die vertieften, druckenden Rillen eingerieben, überflüssige abgewischt. Kustode – nennt man die vorwegnehmende Wiederholung des ersten Wortes oder des Wortanfangs der nächsten Seite unter dem Textschluß der diesem vorangehenden Spalte. In der Handschriftenzeit, hier Reklamante genannt, ergab dies ein eindeutiges System, die Reihenfolge der losen Blätter festzulegen. In den gedruckten Büchern wurde dieser Brauch lange Zeit, bis ins späte 18. Jahrhundert, beibehalten. Lagensignaturen – Bei jedem Buch, das aus mehreren Druckbögen, die beim Vorgang des Heftens und im fertigen Buch „Lagen“ genannt werden, besteht, ergibt sich die Schwierigkeit, diese in der intendierten Reihenfolge weiterzuverarbeiten. Dazu dienten in der Handschriftenzeit neben den Lagensignaturen auf jeweils dem ersten Blatt recto unten jeder Lage zum Beispiel auch die Kustoden. Beim gedruckten Werk haben sich bis in die Neuzeit die Lagensignaturen erhalten, die dem Buchbinder, der, bindet er von Hand, in Europa von hinten nach vorn arbeitet, übermitteln, welche Lage er als nächste in der Heftlade anlegen und verarbeiten muß. Man benutzte zu diesem Zweck vornehmlich das lateinische Alphabet, bei griechischen Werken auch das griechische, genügte dies nicht, folgten den Großbuchstaben kleine, diesen verdoppelte, Zusammenstellungen aus Majuskeln und Minuskeln und so fort. Soweit es Bücher des 15. und 16. Jahrhunderts betrifft, sollte beachtet werden, daß dem hierzu verwandten Alphabet aus sprachhistorischen Gründen die Lagensignatur „j“ fehlt, und „u, v, w“ entweder zu „u“ oder „v“ zusammengefaßt sind, so daß ein komplettes Lagensignaturenalphabet insgesamt 23 lateinische Buchstaben umfaßt. Das zweite Blatt zum Beispiel der Lage „a“ erhielt recto unten die Signatur „a ii“ und so weiter bis zur Lagenmitte. Vorreden, Indices und ähnliches wurden, auch wegen des versetzten Zeitpunktes ihres Druckes, meist separat geordnet und ihre Lagen mit anderen Zeichen versehen, zum Beispiel „&“, „*“, „â“ und dergleichen. Auch die Pressendrucke haben dieses Ordnungssystem meist beibehalten. Bei modernen Büchern, die von Maschinen geheftet und gebunden werden, verwendet man bisweilen kurze schwarze Rückenstreifen, die von oben nach unten wandern und im fertigen, gebundenen Buchzustand nicht mehr sichtbar sind. Siehe auch Kollation. Leder – neben Pergament die schönste Bekleidung für das Buch. Die Palette reicht vom schlichten, blindgeprägten alaungegerbten Schweinsleder über Holz-, später Pappdeckeln bis zum reichvergoldeten Einband aus Maroquin, also Ziegenleder. Beliebt auch das Kalbleder, das gern für Halbeinbände benutzt wird, bei denen nur der Rücken und eventuell die Ecken eingeledert werden, die Deckel mit Papier oder Marmorpapier bezogen. Schafleder wurde zeitweise maroquiniert und mag dann dem Maroquin täuschend ähnlich aussehen, ist aber weicher und nicht ebenso haltbar. Lithographie – ein Flachdruckverfahren, das auf der Abstoßung von Wasser und Fett beruht und 1798 von Alois Senefelder entdeckt wurde. Die Zeichnung wird mittels einer fetthaltigen Substanz auf den geglätteten und vorbereiteten Kalkstein übertragen: mit einer Feder, Kreide oder einem Pinsel. Dann wird der Stein mit Talk überwischt und die Ätze aus Gummi arabicum und Salpetersäure aufgetragen, nach dem Auswaschen der Zeichenfarbe mittels Terpentin oder Öl bleibt der Fettgrund, der die Farbe aufnimmt. Die Papierlithographie verwendet Umdruckpapier zum Übertragen der Zeichnung und vermeidet dadurch die Seitenvertauschung. Maroquin – siehe Ziegenleder. Octavo – 8°, 8vo, das dreimal gefaltete Blatt des in der Bütte geschöpften Papierbogens ergibt eine Lage, daher ist seine Laufrichtung parallel zu Höhe des Buches. Als reine Größenangabe bezeichnet der Begriff Bücher mit einer Blatthöhe von 15-25 cm. Original – Das Präfix „Original“ bezeichnet in der Regel den vom Verleger beziehungsweise dessen Buchbinder um den Buchblock gebundenen Einband, also einen Verlagseinband. In der Neuzeit tritt der Schutzumschlag, der meist, bisweilen sogar künstlerisch illustriert ist, hinzu. Papier – siehe Büttenpapier. Pergament – unterscheidet sich vom Papier wie vom Leder: seine Fasern sind miteinander verleimt, und es wird ohne Gerbung hergestellt. Sein Name geht auf den Ort Pergamon zurück, zu dem seine Herstellung im zweiten Jahrhundert v.u.Z. verbessert wurde. Zuerst als Rolle aus miteinander verbundenen Streifen, dann ab dem vierten Jahrhundert als Codex in der heute noch üblichen Buchform diente es für Jahrhunderte als äußerst stabiler, nur gegen Trockenheit und Hitze empfindlicher Stoff bis zum Aufkommen des Papiers als Speicher für Texte. Es ist hygroskopisch und neigt dazu, wellig zu werden; deshalb versieht man auf Pergament geschriebene oder gedruckte Bücher gern mit festen Deckeln und Schließen. Es wird aus den Häuten von Lämmern bzw. Kälbern, Schafen oder Ziegen hergestellt durch Enthaaren, Äschern in Kalk, was zur Verseifung des enthaltenen Naturfettes führt, dann durch Spannen und Schaben, um es als Beschreibstoff zu glätten, so daß die Feder darauf schreiben kann. Im Westen rieb man das Pergament mit Bimsstein und Kreide, um eine samtige, matte Oberfläche zu erzielen. Das auf Pergament erzielte Druckbild ist unvergleichlich klarer und prägnanter als das auf Papier, nur jenes auf sehr gutem Japanpapier kommt dem fast gleich. Quarto – 4°, 4to, das zweimal gefaltete Blatt des in der Bütte geschöpften Papierbogens ergibt eine Lage, daher ist seine Laufrichtung quer zu Höhe des Buches. Als reine Größenangabe bezeichnet der Begriff Bücher mit einer Blatthöhe von 25-35 cm. Rara – vulgo: Seltenheiten. Dasjenige, das man ein Leben lang suchen kann und nicht finden, bzw. dasjenige, das man, wenn endlich gefunden, nicht bezahlen kann. – Manch ein seltenstes Buch oder Unikat, das ich anbiete, könnte vielleicht bezahlbar sein. Schnitt – sofern die Büttenränder nicht belassen werden, wird der Buchblock mit dem Schneidemesser oder einer ähnlichen Vorrichtung oben, vorn und unten beschnitten. Bisweilen wird nur oben auf solche Weise begradigt, der Kopfschnitt, und anschließend vergoldet, um die Blätter vor dem Eindringen von Staub zu schützen. Sedecimo – 16°, 16mo, Sedez, das viermal gefaltete Blatt des in der Bütte geschöpften Papierbogens ergibt eine Lage, daher ist seine Laufrichtung quer zu Höhe des Buches. Vorsatz – der Vorsatz verbindet den vom Buchdrucker gedruckten Teil des Buches, den Buchblock, sichtbar mit dem Einband. Früher wurde der Vorsatz vom Buchbinder in den meisten Fällen mitgeheftet, dann mochte er bisweilen auch aus mehr als einem Doppelblatt bestehen. In der modernen Zeit wird der Vorsatz an den Buchblock im Falz schmal angeklebt. In jedem Fall wird der feste Vorsatz, auch „Spiegel“ genannt, an den Innendeckel des Einbandes geklebt, seine Entsprechung innerhalb dieses mittig gefalteten Doppelblattes ist der fliegende Vorsatz, der wie ein normales Buchblatt erscheint, doch bis auf seltene Ausnahmen unbedruckt verbleibt. Meist wird etwas festeres Papier, zum Beispiel ein Maschinenbütten, als Vorsatz verwandt, da die Gewichtslast des Buchblockes im Einband – beim modernen Buch des Buchblockes in der separat erstellten Einbanddecke – sowie die Spannungskräfte beim Öffnen des Buches darauf sowie auf der Hinterklebung lasten. Um diese Spannung, die aus den verschieden gelagerten Drehachsen beim Öffnen herrührt, zu vermindern, verwenden moderne Buchbinder zum Beipiel ein schmales ZickZack im Falz des Vorsatzes; in der frühen Zeit behalf man sich mit Hinterklebung aus Leinwand- oder Pergamentstreifen zwischen Buchblock und dem direkt auf dessen Rücken samt Bünden geklebten Leder. Auch Hülsen aus faserigem Papier innerhalb des Hohlrückens dienen dem Zweck, die Vorsätze zu entlasten. Ziegenleder – Saffian, das ist feingenarbtes Leder; Maroquin, das typische Leder französischer Einbände des achtzehnten Jahrhunderts, unregelmäßig genarbt, doch sehr natürlich und lebendig, meist rot; Oasenziege, dessen neue Entsprechung, regelmäßiger genarbt, doch von exquisiter Eleganz. Urheberrecht © Rainer Friedrich Meyer 2008 · www.meyerbuch.com → zurück zur vorhergehenden Seite |