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Antiquariat Rainer Friedrich Meyer |
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portio mea,
δαίμων, sit in
terra viventium
Donnerstag, der 21. Januar 2010 Wer Bibliophilie als grundsätzlich abgehoben vom Sammeln versteht, ist meilenweit von ihr entfernt. Wer nur Bücher sammelt – und wer tut dies schon – hat nur ein Teil. Im Ganzen, das verursacht und gesteuert wird von Lebensnotwendigkeit, nämlich der, sich der Fülle des Lebens zuzuwenden, die alles umschließt, Vergangenes, Gegenwärtiges, selbst Zukünftiges, angesichts eines solchen, eigentlich uneinlösbaren Selbstversprechens, dies zu bewältigen, das immer neue Bemühungen nach sich zieht, die Partikel miteinander, vielleicht auch spielerisch, in Relation zu setzen, um den Ausblick, wenn für einen Lidschlag bloß, zu erhaschen, endlich den nämlich auf das Menschlich-Ganze, also den auf das Eigene, das die nahestehendste Äußerung des Alles ist, einzig im diesem kleinen Blick auf das Objekt, das vor uns auf uns verweist, tut sich der weite Horizont eines Kosmos auf, in welchem unser Selbst Heimat hat. Samstag, der 9. Januar 2010 “When
a true
Genius appears in the World, you may know him by this Sign: that the
Dunces are all in confederacy against him.” Jonathan Swift: “Thoughts on Various Subjects”. Sonntag, der 3. Januar 2010 Mancher Leute Geist und Verstand sind im Mainstream ersoffen. Donnerstag, der 31. Dezember 2009 All meinen Kunden, allen Lesern, überhaupt allen Bibliophilen einen guten Rutsch und ein erfolg- wie bücherreiches Neues Jahr. Sonntag, der 27. Dezember 2009 „Dämonisch
ist der Abgrund, der nie gefüllt, dämonisch die
Sehnsucht,
die nie gestillt, der Durst, der nie gelöscht wird.“ Leopold Ziegler: „Das Heilige Reich der Deutschen“. Darmstadt, 1925. Sonntag, der 20. Dezember 2009 “Man
is least himself when he talks in his own person. Give him a mask, and
he will tell you the truth.” Oscar Wilde: “The Critic As Artist”, Scene 2. Sonntag, der 13. Dezember 2009 „En
adsum tuis commota, Luci, precibus, rerum naturae parens, elementorum
omnium domina, saeculorum progenies initialis, summa numinum, regina
manium, prima caelitum, deorum dearumque facies uniformis, quae caeli
luminosa culmina, maris salubria flamina, inferum deplorata silentia
nutibus meis dispenso: cuius numen unicum multiformi specie, ritu
vario, nomine multiiugo totus veneratur orbis. inde primigenii Phryges
Pessinuntiam deum matrem, hinc autocthones Attici Cecropeiam Minervam,
illinc fluctuantes Cyprii Paphiam Venerem, Cretes sagittiferi Dictynnam
Dianam, Siculi trilingues Stygiam Proserpinam, Eleusinii vetustam deam
Cererem, Iunonem alii, Bellonam alii, Hecatam isti, Rhamnusiam illi, et
qui nascentis dei Solis inchoantibus inlustrantur radiis Aethiopes
utrique priscaque doctrina pollentes Aegyptii caerimoniis me propriis
percolentes appellant vero nomme reginam Isidem.“ Apulei Metamorphoseon. XI,5,1-3. Montag, der 7. Dezember 2009 Ein
langer Weg, ich wußte es, Mittwoch, der 25. November 2009 „Je
mehr Leute es sind, die eine Sache glauben, desto
größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß die
Ansicht
falsch ist. Menschen, die recht haben, stehen meistens
allein.“ Søren Kierkegaard Montag, der 9. November 2009 Den
leeren Fluß überqueren. Samstag, der 31. Oktober 2009, Samhain Lilith, nach Dante Gabriel Rossetti Von
Lilith, Adams erster Frau, sagt man, Donnerstag, der 29. Oktober 2009 I Montag, der 12. Oktober 2009 ΚΕΦΑΛΗ
Η Aleister Crowley: “The Book of Lies”. p. 16. Donnerstag, der 8. Oktober 2009 »Das Schwarze Rauschen ist die Summe aller Diskursvarietäten. Anders gesagt, ein weißes Rauschen, dessen Bestandteile sämtlich durchdacht und durchfinanziert sind. Eine zufällige, willkürliche Menge von Signalen, die jedes für sich genommen weder willkürlich noch zufällig sind. Es ist dies die mediale Umgebung des modernen Menschen.« »Und wozu gut? Die Menschen an der Nase herumzuführen?« »Nein«, antwortete Kaldawaschkin, »Sinn und Zweck des Schwarzen Rauschens ist nicht die direkte Manipulation, sondern die Schaffung eines Informationshintergrundes von solcher Dichte, dass die Wahrheit darin unmöglich zu entdecken ist, insofern ... « Viktor Pelewin: „Das fünfte Imperium”. S. 271. Samstag, der 3. Oktober 2009 “The truth is, I do indulge myself a little the more in pleasure, knowing that this is the proper age of my life to do it; and, out of my observation that most men that do thrive in the world do forget to take pleasure during the time that they are getting their estate, but reserve that till they have got one, and then it is too late for them to enjoy it.” Samuel
Pepys, “Diary”, March 10, 1666. Sonntag, der 27. September 2009 “There will never be a really free and enlightened State, until the State comes to recognize the individual as a higher and independent power, from which all its own power and authority are derived, and treats him accordingly.” Henry D. Thoreau: “Resistance to Civil Government” Dienstag, der 22. September 2009, Äquinox Rivolsimi
in quel lato Bonagiunta
Orbicciani da Lucca Ich
drehte mich zu jener Seite, Sonntag, der 13. September 2009 „Vil reden ist kein kunst/ ders wol kündte. Vil geschrei wenig woll/ Vil wort wenig hertz. Die vögel so viel vnnd wol singen/ sein selten feißt/ vnd die thier so viel geschrei haben/ haben wenig woll. Es geht vil im gesang vnnd geschrei hin. Das ist auch fürnemlich gesagt/ denen die jederman wöllen leren/ ohn sich selbs.“ Sebastian Franck: „Sprichworter/ Schöne/ Weise Klugreden“, fol. 231v. Dienstag, der 1. September 2009 Maria Magdalena Mit
spinnendünnem Haar umwebt sie ihn, Sonntag, der 23. August 2009 “Aristocracy by its very nature degenerates into oligarchy; and when the commons inflamed by anger take vengeance on this government for its unjust rule, democracy comes into being; and in due course the licence and lawlessness of this form of government produces mob-rule (ὀχλοκρατία, Ochlokratie, von ὄχλος, Pöbel, Masse) to complete the series.” Polybius VI,4,10. Translation by W.R. Paton. Montag, der 17. August 2009 „Die reine und einfache Behauptung ohne Begründung und jeden Beweis ist ein sichres Mittel, um der Massenseele eine Idee einzuflößen. Je bestimmter eine Behauptung, je freier sie von Beweisen und Belegen ist, desto mehr Ehrfurcht erweckt sie.“ Gustave le Bon: „Psychologie der Massen“, § 2. Donnerstag, der 13. August 2009 Der lange Weg Ein
langer, krummer Weg führt zum Desaster, Montag, der 10. August 2009 „Du meinst, wenn du mit großem Eifer die schönsten Bücher zusammenkaufest, so werde man denken, du seiest ein Gelehrter: aber so denkt kein Mensch; im Gegenteil, deine Unwissenheit wird dadurch erst recht ins Licht gesetzt. Fürs erste kaufst du nicht einmal die besten, sondern trauest dem ersten, der dir ein Buch anpreist; dafür opfern auch die Büchermakler, die das Glück haben, mit dir bekannt zu werden, dem Merkur, nicht anders, als ob sie einen Schatz gefunden hätten: denn eine bessere Gelegenheit, ihren schlechtesten Plunder in gutes Geld umzusetzen, könnten sie sich nicht wünschen. Wie solltest du auch unterscheiden können, was alte und kostbare oder was schlechte und nichtswerte Bücher sind? Bei einer solchen Untersuchung hast du nur ein Mittel, womit du dir hilfst; du ziehest die Motten zu Rate, und das angefressenste und durchlöchertste ist, deiner Meinung nach, das rarste. Denn woher sollte dir die Weisheit kommen, ein gültiges und sicheres Urteil über ihren Wert fällen zu können?“ Lukian: Πρὸς τὸν ἀπαίδευτον καὶ πολλὰ βιβλία ὠνούμενον. Der ungelehrte Büchernarr. Deutsch von Christoph Martin Wieland. Freitag, der 7. August 2009 „Nichts ist widerwärtiger als die Majorität: denn sie besteht aus wenigen kräftigen Vorgängern, aus Schelmen die sich akkommodiren, aus Schwachen die sich assimiliren, und der Masse die nachtrollt, ohne nur im mindesten zu wissen was sie will.“ Goethe. Donnerstag, der 30. Juli 2009 “...the surest defense against Evil is extreme individualism, originality of thinking, whimsicality, even – if you will – eccentricity. That is, something that can’t be feigned, faked, imitated, something even a seasoned impostor couldn’t be happy with” Joseph Brodsky: “A Commencement Address”. Mittwoch, der 29. Juli 2009 Die Zeit in unserem Raum-Zeit-Kontinuum hat die unangenehme Eigenschaft eindimensional und gerichtet zu sein. Die Falten auf der Stirn meiner Geliebten werden tiefer – mit jedem Winter, wie es Shakespeare so treffend bemerkt, denn gleich, wie die Zeit voranschreitet, ist sie uns nicht gleich, einige der Monate eines jeden Jahres wiegen schwerer als andere auf unseren Schultern. Auch ist der Raum, in dem wir uns mittels der Zeit bewegen, auf seine paar Dimensionen beschränkt. Mehr als sie wahrzunehmen bleibt uns verschlossen. Schwierig ist es uns bereits, beides, Raum und Zeit, zusammen zu sehen, denn ohne Zeit ist kein Raum, ohne Raum keine Zeit, das Bemerken bzw. Durchqueren des Raumes kann nur in Zeit vor sich gehen, so daß sich, schreiten wir durchs Zimmer, kleinste Raumzeit an kleinste Raumzeit reiht. Das Faszinierende daran immer von neuem: daß sich so wenig verändert, daß ein Kontinuum zu existieren scheint, das die Raumzeiten verbindet, selbst jene zwischen Schlafengehen und Aufwachen. Und doch bedrückt uns in manchen Stunden der Alb, unsere Schalen verbürgen etwas, das außerhalb unser bestünde, als gäbe es ein Mehr, das draußen lauerte in seiner festen Gewißheit, mehr und umfassender zu sein als wir, ein vieldimensionales Kontinuum, welches das unsere geringschätzte, dessen uns unvorstellbare Einwohner auf uns herabsähen, während sie unbemerkt durch uns kröchen. Dieser lovecraftsche Nachtmahr ist schwer loszuwerden; der einzige, schwache Beweis für eine ihm innewohnende Wahrheit ist unser Gefühl, das eine Erinnerung an einen Abstieg sein mag oder eine Weitsichtigkeit, die uns über unser beschränktes Sein hinausblicken läßt. Sonntag, der 26. Juli 2009 Regen
kam heut über Blume und Gras, Sonntag, der 19. Juli 2009 Wenn sonst nichts in der Landschaft herumläuft, sieht eine Maus wie ein Elephant aus. Sonntag, der 28. Juni 2009 Mond Noch
eh April begann Urheberrecht © Rainer Friedrich Meyer 2009-2010 · www.meyerbuch.com |
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