Antiquariat Rainer Friedrich Meyer
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Chirico, Georgio de — Gonet, Jean de (Buchbinder) : Hebdomeros.
Paris: Editions du Carrefour, 1929. Octavo. ca. 193 x 138 mm. 252, [1], [3 weiße] Seiten.
Handgefertigter künstlerischer Meistereinband auf zwei breiten blauschwarzen Heftbändern, die in den Deckeln verankert sind, mit offenliegenden schwarzen Heftfäden. Schwarze Deckel aus Hartgummi, gepreßt in einem Muster aus senkrecht verlaufendem Mauerwerk, an Rückennähe in einem Muster parallel verlaufender, vertikaler Rillen. Auf dem Vorderdeckel zusätzlich nahe des Rückens intarsiertes blauschwarzes und metallisch-braunviolettes Leder, mittig eingelegt ein breiter waagrechter Streifen aus metallisch-braunviolettem Hartgummi, darin ein Halbkreis blauschwarzen Hartgummis mit waagrechten Rillen; mittig schräg, ebenfalls intarsiert ein Titelschildchen aus hellem Leder mit Schwarzprägung. Der metallisch-braunviolette Lederrücken aus drei Teilen, die die Heftbänder freilassen. Unbeschnitten, Originalumschläge in zwei Zuständen miteingebunden. Spiegel aus hellviolettem Samtleder, fliegende Blätter aus schwarzem Papier. Signiert auf dem vorderen Spiegel unten in Silberprägung auf schwarzem Schildchen: „J. de Gonet | 1995“. Mit schwarzem Papier bezogene Chemise, auf deren Rücken die silbergeprägte Titelei; mit schwarzem Papier bezogener Schuber.
Erste Ausgabe. Eins von nur 288 römisch numerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe (B) auf „papier Hollande Pannekök“, Gesamtauflage 2800 Exemplare.
¶ Jean de Gonet, geboren zu Béziers im Jahre 1950, arbeitete von 1971-1974 als Buchbinder in der Marinebibliothek und eröffnete 1975 sein eigenes Buchbindeatelier in Paris. 1985 entwickelte er den Prototyp einer Einbandvariante aus gegossenen Deckeln „Révorim“ und erhielt damit den ersten Preis „Objet 2000“; er nahm an zahlreichen Ausstellungen in Frankreich und anderen Ländern teil, erhielt 1992 die Medaille „Métier d’Art de Paris“. Der vorliegende künstlerische Meistereinband Gonets sticht hervor durch das Farbenspiel verschiedener Materialien, die abhängig von der Art der Lichtquelle dem Betrachter immer neue Farbvarianten vorführen. Cf. „Jean de Gonet, Relieur. Une première rétrospective.“ Bruxelles: Bibliotheca Wittockiana, 1989.
¶ Georgio de Chirico, geboren 1888 in Volo, Griechenland, als Sohn italienischer Eltern, studierte in Athen und München die Malerei und war beeinflußt von Böcklin und Nietzsche. Zwischen 1911 und 1915 lebte er in Paris, war mit Apollinaire bekannt und rief mit anderen die Metaphysische Malerei ins Leben, wodurch er zu einem Vorläufer der Surrealisten wurde, wandte sich jedoch um 1918 von seinem bisherigen Werk ab und der Tradition zu. Der streitbare Breton griff ihn 1928 in „Der Surrealismus und die Malerei“ an; Chiricos ein Jahr später erschienenes, stark autobiographisches Buch „Hebdomeros“ zieht offen gegen seine damaligen Gegner zu Felde.
Fast neuwertig.
Edition originale. Reliure sur deux rubans noirs, plats semi-rigides noirs procédés Révorim avec un décor en relief. Dos de veau violet métallisé en trois volets, nom d’auteur et titre imprimés en caractères noir sur un morceau de veau clair. Contreplats de veau velours violet, gardes de papier noir. Réalisé par Jean de Gonet, 1995.
First edition. Vollmer I,434.
→ Nº 2243
| → Pressendrucke
| → Metaphysische Malerei
| → Surrealismus
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